Active Packaging und Intelligent Packaging sind zwei Unterkategorien von Smart Packaging, die sich grundlegend in ihrer Funktion unterscheiden: Active Packaging greift aktiv in die Packungsatmosphäre oder das Produkt ein, etwa durch Sauerstoffabsorber, antimikrobielle Beschichtungen, feuchtigkeitsregulierende Materialien oder Ethylenabsorber. Intelligent Packaging hingegen überwacht Zustände und kommuniziert Informationen über die Qualität oder Geschichte einer Verpackung, ohne selbst in das Produkt einzugreifen.
Im technischen Einsatz werden Active-Packaging-Funktionen durch die Integration von Additiven in Folien oder Beschichtungen realisiert – etwa durch eingebettete Sauerstoffscavenger oder Lichtschutzschichten, die lichtinduzierte Qualitätsverluste mindern. Intelligent Packaging setzt auf Indikatoren und Sensoren, die Zustände wie Temperaturhistorie, Gaszusammensetzung oder Leckagen erfassen und anzeigen. Zeit-Temperatur-Indikatoren basieren typischerweise auf reaktiven Farbstoffen oder biosensorischen Schichten, die einen sichtbaren Farbumschlag erzeugen. Ergänzend kommen Datenträger wie Barcodes, 2D-Codes und RFID-Tags zum Einsatz, die Informationen zu Herkunft, Produktionsdatum oder Lagerbedingungen speichern und entlang der Lieferkette übertragbar machen. Für Lebensmittelkontaktanwendungen gelten in der EU verbindliche Rechtsrahmen, insbesondere die Verordnungen (EG) Nr. 1935/2004, Nr. 450/2009 und Nr. 2023/2006, die Sicherheitsbewertung, Migrationsgrenzwerte und Gute Herstellungspraxis für aktive und intelligente Materialien regeln.
Für den Etikettendruck haben diese Konzepte unmittelbare praktische Konsequenzen. Etiketten fungieren nicht mehr allein als Träger von Text und Grafik, sondern werden zu funktionalen Komponenten der Verpackung. Indikatorfelder mit Farbumschlag, RFID-Inlays oder gedruckte Sensor-Elemente lassen sich direkt in Etiketten integrieren oder als separate Labels auf Primär-, Sekundär- oder Tertiärverpackungen aufbringen. Das stellt erhöhte Anforderungen an die Materialauswahl: Werden Etiketten im Lebensmittelkontaktbereich eingesetzt, müssen alle verwendeten Stoffe die EU-Lebensmittelsicherheitsanforderungen erfüllen. Hersteller von Etiketten müssen zudem zusätzliche Fertigungsschritte einplanen, etwa die Einbettung von RFID-Inlays oder die Verwendung spezieller Indikatorfarbsysteme. Auf Käuferseite bietet die Kombination aus aktiven und intelligenten Etikettenkomponenten Vorteile bei der Haltbarkeitssicherung und der lückenlosen Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette. Wer Etiketten für diese Anwendungen beschafft oder produziert, muss sowohl technologische als auch regulatorische Anforderungen von Anfang an in die Spezifikation einbeziehen.