Leporello

Im Etikettendruck bezeichnet Leporello eine in Zickzack-Form gefaltete Etikettenbahn, die als Stapelware konfektioniert wird – im Unterschied zu Rollenware, bei der die Bahn auf eine Rolle gewickelt ist. Der Begriff leitet sich vom Leporellofalz ab, einer Form des Parallelfalzes, bei dem zwei oder mehr Abschnitte einer Bahn in wechselnden Richtungen gefalzt werden, sodass eine Akkordeon- oder Z-Falz-Struktur entsteht. Daneben bezeichnet Leporello auch mehrseitige Faltetiketten, die direkt am Produkt angebracht werden und durch wiederholtes Auf- und Zuklappen eine deutlich größere Informationsfläche bieten als ein einseitiges Etikett.

In der Praxis wird die Etikettenbahn zunächst gedruckt und anschließend in der Konfektionierung auf speziellen Falzwerken in den charakteristischen Zickzack-Falz gelegt. Die einzelnen Lagen sind dabei miteinander verbunden und an den Nahtstellen perforiert, damit die Etiketten beim späteren Einsatz sauber getrennt werden können. Endlos-Leporello-Etiketten werden als Stapel hinter den Etikettendrucker gelegt; der Anfang der Bahn wird durch einen Schlitz eingeführt und läuft anschließend kontinuierlich durch das Gerät. Besonders häufig kommen dabei Thermodirekt-Drucker wie der Zebra GK420 zum Einsatz, bei denen die zickzackgefalteten Etiketten über einen rückseitigen Schlitz zugeführt werden. Das Thermodirekt-Verfahren arbeitet ohne Farbband – der Druckkopf bringt punktuell Wärme auf ein thermosensitives Material auf, das sich dadurch schwarz verfärbt.

Für die Auswahl und Verarbeitung von Etiketten ergeben sich aus der Leporello-Konfektionierung mehrere konkrete Konsequenzen. Weil die Bahn nicht aufgewickelt wurde, entstehen keine Wickelspannung und kein Drall – die Etiketten liegen flach und gerade, was insbesondere bei der maschinellen Weiterverarbeitung vorteilhaft ist. Da ein umfangreicher Stapel kontinuierlich durch den Drucker laufen kann, lassen sich große Mengen ohne Rollenwechsel produzieren. Leporello-Etiketten sind allerdings preislich etwas höher angesetzt als vergleichbare Rollenetiketten, weil das Falten einen zusätzlichen Arbeitsschritt in der Konfektionierung darstellt. Einkäufer und Produktionsverantwortliche müssen diesen Mehraufwand gegen die Vorteile in Handhabung und Etikettenqualität abwägen. Mehrseitige Leporelloetiketten wiederum sind dort gefragt, wo umfangreiche Kennzeichnungspflichten – etwa mehrsprachige Produktinformationen oder ausführliche Gebrauchsanweisungen – mit einem einzigen, direkt am Produkt angebrachten Etikett erfüllt werden müssen. Als Materialien stehen sowohl Papier- als auch Folienausführungen zur Verfügung, überwiegend mit permanenten Klebstoffen.