Aluminiumetikett

Ein Aluminiumetikett ist ein Kennzeichnungsetikett, dessen Obermaterial ganz oder überwiegend aus Aluminiumfolie oder dünnem Aluminiumblech besteht. Im Etikettendruck tritt es überwiegend als Selbstklebeetikett auf, bei dem die Aluminiumfolie als Deckschicht eines Materialverbunds aus Folie, Klebstoff und Trägermaterial dient. Konzipiert für dauerhafte, industrielle Kennzeichnung, zeichnet es sich durch hohe mechanische und chemische Belastbarkeit aus.

Der Aufbau des Etikettenverbunds bestimmt die Leistungsfähigkeit des fertigen Etiketts maßgeblich. Die Aluminiumfolie bildet die bedruckbare Oberfläche, während ein starker Klebstoff die dauerhafte Haftung auf dem Untergrund sicherstellt. Der Gesamtverbund ist temperatur-, öl-, chemikalien- und abriebbeständig und deckt je nach Ausführung Temperaturbereiche von etwa −40 °C bis 180 °C ab. Beständigkeit gegen UV-Strahlung, Fette und Lösungsmittel macht Aluminiumetiketten auch für Außenanwendungen und raue Industrieumgebungen geeignet. Aluminiumetiketten werden in verschiedenen Qualitäten angeboten, die sich hinsichtlich Foliendicke, Klebstoffsystem und Oberflächenbeschaffenheit unterscheiden.

Für den Etikettendruck sind Aluminiumetiketten in mehrfacher Hinsicht relevant. Als Druckverfahren eignet sich insbesondere der Thermotransferdruck: Die glatte oder matte Aluminiumoberfläche ermöglicht einen feinen, präzisen Aufdruck variabler Daten wie Seriennummern oder Barcodes. Darüber hinaus lassen sich Aluminiumetiketten mit klassischen Etikettendruckverfahren wie Flexo-, Offset- oder Siebdruck verarbeiten, wobei die eingesetzten Druckfarben den Anforderungen der DIN 16526 hinsichtlich Kennzeichnungseigenschaften und Beständigkeit genügen müssen. Da Aluminiumetiketten als Rollenetiketten gefertigt werden, können sie mit üblichen Etikettiermaschinen für Haftetiketten appliziert werden.

Typische Einsatzbereiche sind Typenschilder und Gerätekennzeichnungen an Maschinen, Haushaltsgeräten und Automobilkomponenten sowie CE-Kennzeichnungen und Barcode-Applikationen in industriellen Umgebungen. In regulierten Branchen kommen zusätzliche Normanforderungen hinzu: Für Etiketten an medizinischen Elektrogeräten sind die Anforderungen der EN 60601-1 zu beachten, für den nordamerikanischen Markt ist eine Prüfung und Listung nach UL 969 relevant. Käufer sollten bei der Auswahl daher nicht nur die physikalisch-chemischen Beständigkeiten, sondern auch die branchenspezifischen Zulassungsanforderungen ihres Zielmarkts berücksichtigen. Für Etikettenhersteller bedeutet dies, dass Materialauswahl, Klebstoffsystem und Druckverfahren gemeinsam auf das jeweilige Anforderungsprofil abgestimmt werden müssen.