Selbstzerstörende Etiketten

Selbstzerstörende Etiketten sind Sicherheitsetiketten, deren Trägermaterial bei einem Ablöseversuch irreversibel in kleinste Stücke zerreißt, zerfasert oder zerbröselt. Das Kennzeichen dieser Etikettenklasse ist eine konstruktiv erzeugte extreme Reißtendenz: Das Etikett kann weder zerstörungsfrei entfernt noch auf ein anderes Objekt übertragen werden. In der Fachsprache sind sie auch unter den Bezeichnungen Self-Destructive-Aufkleber, Dokumentenlabels oder Siegeletiketten bekannt.

Die Funktion beruht auf dem Zusammenspiel zweier Komponenten: einer besonders reißempfindlichen Spezialfolie und einem leistungsstarken Dauerhaftklebstoff. Nach der Applikation bildet sich die volle Haftkraft des Klebstoffs innerhalb von Stunden aus. Danach führt jeder Ablöseversuch dazu, dass die Folie in Fragmente zerfällt und das Etikett sichtbar zerstört wird. Eine Manipulation oder Übertragung ist damit für jeden Betrachter unmittelbar erkennbar. Eingesetzt werden selbstzerstörende Etiketten unter anderem als Verpackungssiegel, Garantie- und Gewährleistungssiegel, Prüfplaketten sowie zur Eigentumskennzeichnung von Geräten, IT-Komponenten und Inventar. Häufig werden sie mit zusätzlichen Sicherheits- und Identifikationsmerkmalen kombiniert, etwa Barcodes, Seriennummern oder VOID-Features.

Für den Etikettendruck und die industrielle Kennzeichnung ergeben sich aus diesem Etikettentyp konkrete Anforderungen auf mehreren Ebenen. Materialseitig werden ausschließlich Spezialfolien mit extrem hoher Reißneigung verarbeitet, was die Konfektionierung – insbesondere Stanzen und Entgittern – anspruchsvoller macht als bei Standardfolien. Hersteller müssen geeignete Klebstoffsysteme auswählen, die die geforderte Haftkraft dauerhaft sicherstellen. Als Druckverfahren kommt insbesondere der Thermotransferdruck zum Einsatz, da er für Industrie- und Sicherheitsetiketten auf Rollenware etabliert ist; daneben werden auch Flexo- und Digitaldruck genutzt. Die Etiketten werden gestanzt und auf Trägerband konfektioniert, sodass sie in handelsüblichen Etikettendruckern sowie in halbautomatischen und vollautomatischen Etikettiermaschinen verarbeitet werden können. Anwender müssen dabei beachten, dass eine Korrektur der Positionierung nach dem Aufbringen nicht möglich ist, da bereits ein Ablöseversuch zur Zerstörung des Etiketts führt. Selbstzerstörende Etiketten werden in der Regel kundenspezifisch konzipiert und als Rollenware geliefert, blanko oder vorbedruckt mit Logo, Text oder variablen Daten. Gegenüber anderen Sicherheitsetikettentypen wie VOID-Folien, die beim Ablösen einen Schriftzug hinterlassen, ohne notwendigerweise zu zerreißen, liegt die Besonderheit selbstzerstörender Etiketten in der physischen Unbrauchbarkeit nach dem ersten Ablöseversuch.