Das ZGS-System, im Englischen als CGS-System bezeichnet, ist ein metrisches, kohärentes physikalisches Einheitensystem, das auf den drei Basiseinheiten Zentimeter (cm), Gramm (g) und Sekunde (s) beruht. Jede physikalische Größe wird darin als Potenz dieser drei Basiseinheiten dargestellt. Obwohl das System historisch in der Physik und Technik verbreitet war, haben die EU und die Schweiz die CGS-Einheiten – mit Ausnahme der Basiseinheiten cm, g und s selbst – heute nicht mehr als gesetzliche Einheiten anerkannt; verbindliche Grundlage ist das Internationale Einheitensystem (SI).
Im technischen Alltag von Etikettendruck und industrieller Kennzeichnung spielt das ZGS-System als eigenständiges Konzept keine belegte, fachlich definierte Rolle. Die einschlägigen Normen, Richtlinien und Industriestandards greifen ausschließlich auf SI-basierte gesetzliche Einheiten zurück. Barcode-Spezifikationen – etwa für EAN-13 oder GS1-128 – definieren Modulbreiten, Symbolhöhen und Ruhezonentoleranzen ausnahmslos in Millimetern gemäß GS1-Spezifikationen und der Prüfnorm ISO/IEC 15416. Mengenkennzeichnungen auf Fertigpackungen verlangen nach EU-Vorschriften die Angabe in Gramm, Kilogramm, Milliliter, Centiliter oder Liter; Zusätze wie „ca.“ sind in manchen nationalen Regelungen ausdrücklich untersagt. Ein eigenständig definiertes „ZGS-System“ als Verfahren, Materialkonzept oder Maschinenstandard im Etikettenbereich lässt sich in den zugänglichen Fachquellen nicht belegen.
Für Hersteller und Käufer von Etiketten ergibt sich daraus eine klare praktische Konsequenz: Maßgeblich für die Auswahl, Gestaltung und Verarbeitung von Etiketten sind nicht historische Einheitensysteme wie das ZGS-System, sondern das geltende SI-basierte Einheitenrecht, die GS1-Identifikationsstandards sowie einschlägige ISO/IEC-Normen zur Strichcodequalität und DIN-Normen zu Etikettenmaterialien. Wer Etiketten mit Mengenangaben gesetzeskonform gestalten oder Barcodes drucken möchte, die eine zuverlässige maschinelle Lesbarkeit gewährleisten, muss diese Vorgaben einhalten. Die Verwendung des ℮-Zeichens nach EU-Vorschriften etwa ermöglicht es Herstellern, ihre Fertigpackungen ohne zusätzliche nationale Prüfungen in allen EU-Staaten in Verkehr zu bringen – ein Vorteil, der ausschließlich auf der korrekten Anwendung des geltenden Einheitenrechts und der EU-Kennzeichnungsvorschriften basiert, nicht auf einem ZGS-System. Fachleute, die den Begriff im Etikettierkontext begegnen, sollten ihn daher als Verweis auf das allgemeine physikalische Einheitensystem einordnen und nicht als etablierten Fachbegriff der Branche.