Asphalt-Grip / Raueffektlack

Asphalt-Grip, auch als Raueffektlack oder Grip-Strukturlack bezeichnet, ist eine haptische Druckveredelung, bei der ein spezieller Effektlack mit rauer, stark körniger Struktur auf Druckprodukte aufgetragen wird. Die erzeugte Oberfläche erinnert an Asphalt oder vergleichbare raue Materialien und vermittelt dem Betrachter einen unmittelbar spürbaren, griffigen Charakter. Die Körnung des Lacks lässt sich dabei variieren, sodass unterschiedliche Oberflächenstrukturen – etwa Eis oder Asphalt – simuliert werden können.

Technisch zählt Asphalt-Grip zur Gruppe der Effekt- und Strukturlacke. Das Verfahren wird typischerweise als separater Veredelungsschritt nach dem eigentlichen Druckprozess durchgeführt. Als konkret belegtes Auftragungsverfahren gilt der Siebdruck, mit dem der Grip-Strukturlack gezielt auf definierte Bildbereiche aufgebracht werden kann. Entscheidend ist dabei die Möglichkeit der partiellen Anwendung: Der Lack wird nicht flächendeckend, sondern selektiv auf bestimmte Elemente des Druckbilds aufgetragen, etwa auf Logos, Symbole oder einzelne Gestaltungszonen. Dieser zusätzliche Veredelungsgang erfordert einen spezifischen Effektlack mit definierter Körnung sowie entsprechend angepasste Maschineneinstellungen hinsichtlich Schichtdicke, Siebgewebe und Trocknung.

Für den Etikettendruck ist Asphalt-Grip aus mehreren Gründen relevant. Erstens ermöglicht die partielle Anwendung, einzelne Etikettenbereiche gezielt haptisch hervorzuheben, sodass sie sich taktil und optisch vom übrigen Etikett abheben. Das betrifft beispielsweise Markenlogos, Warn- oder Sicherheitssymbole, die durch die raue Struktur unmittelbar wahrnehmbar werden. Zweitens bietet der Lack einen funktionalen Nutzen: Die griffige, rutschhemmende Oberfläche kann in industriellen Anwendungen zur Markierung von Greif- oder Bedienzonen dienen. Als technische Referenz für rutschhemmende Eigenschaften existiert die DIN 51130, die Rutschhemmungsklassen für strukturierte Oberflächen definiert – wenngleich diese Norm formell auf Bodenbeläge ausgerichtet ist und nicht direkt für Etiketten gilt. Drittens ermöglicht die besondere Haptik eine klare Differenzierung gegenüber glatt lackierten Standardetiketten, was sowohl im Regal als auch im industriellen Umfeld Wirkung entfalten kann.

Für Etikettenhersteller bedeutet der Einsatz von Asphalt-Grip konkret einen zusätzlichen Prozessschritt in der Produktion sowie die Notwendigkeit, geeignete Effektlacke und Veredelungsaggregate vorzuhalten. Für Etikettenanwender hingegen steht der Mehrwert im Vordergrund: eine spürbar andere Oberfläche, die ausgewählte Inhalte betont und das Etikett funktional wie gestalterisch aufwertet.