Andruck bezeichnet im Druckprozess den mechanischen Kontakt zwischen Druckmaterial und Druck- beziehungsweise Gegenwalze sowie das gezielte Anpressen des Substrats an druckende oder führende Maschinenelemente. Im weiteren Sinn umfasst der Begriff auch das erstmalige Drucken eines Motivs zur Prüfung von Positionierung, Farbe und Qualität, bevor eine Auflage produziert wird. Für den Etikettendruck ist beides relevant: sowohl die physische Presskraft im laufenden Produktionsprozess als auch der Probedruck zur Kontrolle der Druckparameter.
Technisch tritt der Andruck überall dort auf, wo Material geführt, gepresst oder übertragen wird. Bei der industriellen Etikettenherstellung auf Rollenware durchläuft das Material die Stationen Abrollung, Bedruckung, Veredelung, Stanzung und Aufwicklung, wobei an jeder dieser Stationen eine definierte Anpresskraft zwischen Material und Maschinenkomponente wirkt. Kommt der Andruck zu stark oder zu schwach aus, entstehen Probleme im Druckbild, beim Materialeinzug oder bei der späteren Klebung. Im Büro- und Kleinseriendruck mit Einzelbogen oder Rollenetiketten ist das korrekte Einlegen in die Druckmedienzuführung, die seitliche Führung und die Einhaltung von Randabständen ebenfalls Ausdruck dieser Andruck-Logik: Das Material muss sauber und gleichmäßig anliegen, damit das Druckbild präzise auf das Etikett übertragen wird. Zur Kontrolle der Positionierung empfehlen Fachquellen den Einsatz von Probedrucken, um den Stand des Drucks vor der eigentlichen Produktion zu überprüfen.
Für den Etikettendruck ist der korrekte Andruck aus mehreren Gründen kritisch. Etiketten bestehen grundsätzlich aus drei Schichten: Obermaterial, Klebstoff und Trägermaterial. Jede dieser Schichten reagiert unterschiedlich auf Druck und Wärme, was bedeutet, dass Druckverfahren wie Thermotransferdruck, Thermodirektdruck, Flexodruck, Digitaldruck oder Offsetdruck jeweils eigene Anforderungen an die Materialkombination stellen. Besonders bei Folienetiketten, die für Laser-, Inkjet- oder Farblasergeräte vorgesehen sind, ist die Kompatibilität zwischen Material und Drucksystem entscheidend: Eine falsche Einstellung oder ein ungeeignetes Medium kann zu schlechter Farbhaftung, Fehldruck oder mechanischen Störungen im Druckaggregat führen. Fingerabdrücke auf der Folienoberfläche, falsche Medienwahl oder nicht korrekt eingelegte Bogen sind typische Fehlerquellen, die den Andruck und damit das Druckergebnis beeinträchtigen. Hersteller und Anwender müssen deshalb Material, Klebstoffsystem und Druckverfahren konsequent aufeinander abstimmen, um Druckqualität, Prozesssicherheit und Maschinenverträglichkeit im laufenden Betrieb zu gewährleisten.