ISO 7010 ist eine internationale Norm mit dem vollständigen Titel „Graphische Symbole – Sicherheitsfarben und Sicherheitszeichen – Registrierte Sicherheitszeichen“. Sie legt fest, welche Symbole, Formen und Farben für Rettungs-, Verbots-, Gebots-, Warn- und Brandschutzzeichen zu verwenden sind. Die aktuell gültige Fassung ist ISO 7010:2019; die europäische Übernahme erfolgte als EN ISO 7010:2020, national umgesetzt unter anderem als DIN EN ISO 7010 in Deutschland, ÖNORM EN ISO 7010 in Österreich und SN EN ISO 7010 in der Schweiz.
Die Norm definiert ausschließlich Inhalte – also Symbole, Farben und Formen – und keine konkreten Drucktechniken oder Materialien. Die Gestaltungsgrundlagen für Form und Farbe der Zeichen stammen aus der Normenreihe ISO 3864, auf die ISO 7010 aufbaut. Ziel ist die international einheitliche und sprachunabhängige Sicherheitskennzeichnung an allen Orten, an denen Sicherheitsrisiken für Personen bestehen: von der Unfallverhütung über den Brandschutz bis zur Kennzeichnung von Fluchtwegen und Erste-Hilfe-Einrichtungen. In Deutschland ist der Einsatz dieser Zeichen in Betrieben durch die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Technische Regel ASR A1.3 geregelt, die seit März 2013 die frühere BGV A8 abgelöst hat.
Für den Etikettendruck ist ISO 7010 in erster Linie ein inhaltlicher und gestalterischer Standard: Er bestimmt verbindlich, wie Sicherheitspiktogramme auf Etiketten und Schildern aussehen müssen, überlässt die Wahl des Druckverfahrens und der Materialien jedoch dem Hersteller. Sicherheitskennzeichnungen nach ISO 7010 werden ausdrücklich als Etiketten gefertigt und gehandelt, etwa für die Sicherheitskennzeichnung am Arbeitsplatz gemäß ASR A1.3. Hersteller müssen sicherstellen, dass Piktogramme, Formen und Farben den Normvorgaben exakt entsprechen, um Konformität zu gewährleisten. Da die Norm regelmäßig aktualisiert wird – zuletzt mit der Integration von Wasser- und Strandsicherheitszeichen aus der zurückgezogenen ISO 20712-1 – sind Hersteller verpflichtet, ihr Sortiment entsprechend anzupassen.
Die Materialauswahl für solche Etiketten richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzbereich. Bei der Kennzeichnung von Rohrleitungen und Tanks gemäß ISO 20560, bei der ISO-7010-Warnsymbole auf Haftetiketten integriert werden können, sind Witterungsbeständigkeit sowie Resistenz gegen extreme Temperaturen, Feuchtigkeit, Chemikalien und Kraftstoffe gefordert. Für nachleuchtende Sicherheitskennzeichnung – insbesondere bei Flucht- und Rettungszeichen – werden Etiketten mit photolumineszenten Eigenschaften eingesetzt, die gleichzeitig die grafischen Vorgaben der EN ISO 7010 erfüllen müssen. Für Betreiber von Anlagen und Arbeitsstätten gilt: Nicht normkonforme Kennzeichnung kann zu Verstößen gegen Arbeitsschutzvorschriften führen; der Bezug normkonformer ISO-7010-Etiketten ist daher ein direktes Mittel zur Sicherstellung rechtlicher Konformität.