Abwickler / Aufwickler (Rewinder)

Ein Abwickler/Aufwickler, im Englischen als Rewinder bezeichnet, ist ein motorisch angetriebenes Zusatzgerät, das Etikettenbahnen kontrolliert von einer Vorratsrolle abwickelt oder nach dem Druckvorgang wieder zu einer neuen Rolle aufwickelt. Beide Funktionen – Abwickeln und Aufwickeln – sind in vielen Systemen in einem einzigen kombinierten Gerät vereint. Ziel ist stets eine spannungsarme, gleichmäßige Rollenführung, die sowohl den Druckprozess als auch die Weiterverarbeitung unterstützt.

Technisch verfügen diese Geräte über einen angetriebenen Wickelkern mit variabler Kernaufnahme, ein regelbares Drehmoment sowie mechanische Führungsrollen zur präzisen Bahnführung. Die Geschwindigkeit lässt sich synchron zum angeschlossenen Drucker einstellen, sodass der Bahnzug konstant bleibt und Materialdehnung oder -risse vermieden werden. Konstruktiv sind die Geräte auf definierte Etikettenbreiten – typischerweise zwischen 155 und 270 mm – sowie auf maximale Rollendurchmesser von bis zu 300 mm ausgelegt. Darüber hinaus lassen sie sich für innen- und außengewickelte Rollen konfigurieren. Es existieren kompakte Tischgeräte ebenso wie robuste Heavy-Duty-Ausführungen für den Dauerbetrieb mit größeren Rollengewichten. Der Anschluss erfolgt direkt vor oder hinter dem Ausgabeschlitz eines Thermo-, Thermotransfer- oder Inkjet-Etikettendruckers, wobei die Geräte mit praktisch allen gängigen Desktop- und Industriedruckern kombiniert werden können.

Für den Etikettendruck ist der Einsatz von Ab- und Aufwicklern aus mehreren Gründen praxisrelevant. Der Abwickler ermöglicht es, große Vorratsrollen in den Drucker einzuspeisen, was Rollenwechselzeiten und Rüstaufwand erheblich reduziert. Der Aufwickler sammelt die bedruckten Etiketten automatisch auf einer neuen Rolle, was bei großen Druckvolumina erheblichen manuellen Aufwand einspart. Entscheidend ist dabei die Qualität der erzeugten Wicklung: Nur eine sauber, faltenfrei und gleichmäßig aufgewickelte Rolle lässt sich in nachgelagerten Etikettieranlagen, Spendern und Applikatoren zuverlässig weiterverarbeiten, da diese Systeme eine kontrollierte, definierte Rollenabwicklung voraussetzen. Für Etikettenhersteller und Lieferanten von Rollenware hat dies direkte Konsequenzen: Spezifikationen wie Kerndurchmesser, maximaler Rollendurchmesser, Wickelrichtung und Bahnbreite müssen eingehalten werden, damit die produzierte Rollenware mit den Ab-/Aufwicklern und den nachgelagerten Anlagen beim Kunden kompatibel ist. Im kontinuierlichen Roll-zu-Roll-Betrieb – also dem Abwickeln, Bedrucken und Wiederaufwickeln in einem Durchlauf – lassen sich Großserienetiketten prozesssicher und kosteneffizient produzieren, was dieses Gerät zu einem zentralen Bestandteil moderner Etiketten-Produktionslinien macht.