Acetatseide bezeichnet ein halbsynthetisches Material auf Basis von Celluloseacetat, das durch chemische Reaktion von Cellulose mit Essigsäure gewonnen wird. Im Etikettendruck wird es in Form von kalandrierter Zelluloseacetatfolie verarbeitet und war früher unter dem Begriff Kunstseide bekannt.
Technisch handelt es sich um eine Folie mit einer Grammatur von etwa 125 g/m² und einer Materialstärke von 130 µm, gemessen nach ISO 536 bzw. ISO 534. Die Oberfläche ist weiß und zeichnet sich durch eine hohe Glätte aus, was eine gute Bedruckbarkeit und präzise Detailwiedergabe ermöglicht. Als geeignete Druckverfahren nennen Fachquellen sowohl den Laserdrucker – für einfarbigen oder farbigen Druck – als auch den Digitaldruck, der bei hochwertigen Textiletiketten eingesetzt wird. Die hohe Farbbrillanz des Materials kommt dabei besonders im Digitaldruck zum Tragen. Für die Verarbeitung als selbstklebendes Etikett wird Acetatseide mit einem speziellen Textilkleber ausgestattet, der das Material für Anwendungen auf textilen Oberflächen geeignet macht. Hinsichtlich Normen ist neben den bereits genannten Messnormen auch DIN 16526 als relevante Industrienorm zu berücksichtigen.
Für den Etikettendruck ist Acetatseide vor allem in zwei Anwendungsfeldern bedeutsam. Erstens in der Textilkennzeichnung: Die Etiketten werden für Pflegehinweise, Größenangaben und Markenlogos auf Kleidungsstücken sowie zur Kennzeichnung von Stoffen und Teppichen verwendet. Der speziell abgestimmte Textilkleber erlaubt dabei das rückstandslose Ablösen, was Acetatseide-Etiketten von dauerhaft fixierten Einnaähetiketten unterscheidet und einen wichtigen Vorteil bei temporärer Produktkennzeichnung darstellt. Zweitens im Bereich temporärer Personenkennzeichnung: Als Namens- und Besucherschilder auf Konferenzen, Seminaren und Messen bietet das Material eine preiswerte Alternative zu festen Kunststoff-Namensschildern. Die Eigenschaften des Materials – weich, hautfreundlich, strapazierfähig und langlebig – machen es für den direkten Kontakt mit Kleidung und Haut besonders geeignet. Für Etikettenverarbeiter und Käufer gleichermaßen relevant ist die Kombination aus einfacher Applikation und rückstandsloser Entfernbarkeit, die bei Textilien und temporären Kennzeichnungsanwendungen entscheidend ist. Hersteller profitieren zusätzlich von der guten Verarbeitbarkeit in gängigen Drucksystemen.