Adhäsionsfolie bezeichnet im Etikettendruck eine sehr weiche, glatte Kunststofffolie – überwiegend aus PVC oder Polyethylen – die ohne Klebstoffschicht allein durch Adhäsionskräfte und molekulare Van-der-Waals-Bindungen an glatten Oberflächen haftet. Da kein Haftklebstoff im Schichtaufbau vorhanden ist, lässt sich die Folie in der Regel rückstandsfrei wieder ablösen. Manche Produkte nutzen zusätzlich einen sehr dünnen Silikonfilm auf der Haftseite, um die Adhäsionswirkung zu verstärken, ohne das Grundprinzip des klebstofffreien Systems aufzugeben.
Die Haftung entsteht ausschließlich durch den engen Flächenkontakt zwischen der besonders glatten, weichen und anschmiegsamen Folienoberfläche und dem jeweiligen Untergrund. Deshalb funktioniert Adhäsionsfolie nur auf glatten, nicht porösen Substraten wie Glas, Metall, Kunststoff, Spiegeln oder Fliesen zuverlässig. Auf rauen oder porösen Flächen reicht die Kontaktfläche für ausreichende Adhäsionskräfte nicht aus. Ein weiterer praktischer Aspekt: Viele Adhäsionsfolien sind primär für den Innenbereich geeignet, da dauerhafter Regen oder Feuchtigkeit die Haftung deutlich beeinträchtigen können. Bei der Applikation muss außerdem sorgfältig gearbeitet werden, da sich Luftblasen unter der Folie sowohl die Optik als auch die Haftwirkung verschlechtern.
Für den Etikettendruck ist Adhäsionsfolie aus mehreren Gründen relevant. Bedruckt wird sie vorrangig im Siebdruck oder im UV-Digitaldruck beziehungsweise UV-Inkjet-Verfahren, häufig auch mit Weiß als Sonderfarbe. Da es sich um eine Dehnfolie handelt, müssen Schneid- und Stanzprozesse auf die spezifischen Materialeigenschaften abgestimmt sein; Schneideplotter sind ein übliches Verarbeitungswerkzeug. Im Rollenformat werden Adhäsionsfolien auf für Folienmaterialien geeigneten Etikettendruckmaschinen verarbeitet, wobei der Schichtaufbau im Vergleich zu Selbstklebeetiketten keine Klebstoffschicht enthält. Typische Anwendungsgebiete sind temporäre Werbeetiketten auf Schaufensterscheiben, Schutzfolien für Displays, Sonnenschutzfolien sowie saisonale Aktionskennzeichnungen, bei denen Etiketten mehrfach abgelöst, gereinigt und neu appliziert werden.
Für Einkäufer und Anwender von Etiketten bedeutet das: Adhäsionsfolie ist die richtige Wahl bei temporärem Einsatz auf glatten Flächen, wenn weder Kleberrückstände noch eine chemische Wechselwirkung mit dem Untergrund akzeptabel sind – etwa auf empfindlichen Brillengläsern oder lösungsmittelempfindlichen Kunststoffen. Für dauerhafte Kennzeichnung, hohe mechanische Beanspruchung oder unebene Oberflächen sind klassische Haftklebeetiketten die technisch bessere Alternative. Etikettendrucker, die Adhäsionsfolien verarbeiten, müssen keine Klebstoffauswahl treffen, müssen aber besonderes Augenmerk auf Substratglätte, Sauberkeit und die Eignung ihrer Druckfarben für weiche Dehnfolien legen.