Ein Banderolenetikett ist ein nicht selbstklebendes Etikett in Streifen- oder Manschettenform, das um ein Produkt oder Bündel herumgelegt wird und seine Funktion durch das Umschlingen oder Festziehen erfüllt – nicht durch einen Haftklebstoff auf der Rückseite. Im Unterschied zu konventionellen Haftetiketten haftet es also nicht flächig auf der Verpackungsoberfläche, sondern umschließt das Produkt vollständig. Trotzdem erfüllt es alle typischen Etikett-Funktionen: Informationsvermittlung, Branding und gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung.
In der Praxis wird die Banderole entweder manuell oder maschinell um das Produkt gelegt. Spezielle Banderolier-Maschinen, darunter sogenannte Etiketten-Banderolierer, nehmen das Etikett direkt an der Spendekante eines Thermotransfer-Druckers auf und wickeln es automatisch um den Umfang von Kabeln, Schläuchen oder Rohren. In der Lebensmittelindustrie werden Banderolenetiketten häufig für Frischeprodukte, Backwaren, Schalen oder Trays eingesetzt, wo eine rückstandsfreie Entfernung erwünscht ist und kein Klebstoff auf der Primärverpackung verbleiben soll. Darüber hinaus eignen sich Banderolen zum Bündeln von Mehrfachpackungen oder Aktionspacks, wobei das Etikett gleichzeitig Halte- und Kennzeichnungsfunktion übernimmt.
Für den Etikettendruck ergeben sich aus dieser Konstruktionsweise konkrete Anforderungen an Materialauswahl, Herstellung und Druckvorbereitung. Da kein Haftklebstoff und kein silikonisiertes Trägermaterial benötigt werden, entfällt der Liner vollständig – ein Umstand, den Hersteller als Beitrag zur Abfallreduktion positionieren und der die Materialkalkulation gegenüber klassischen Selbstklebeetiketten verändert. Gleichzeitig stellt das Fehlen des Klebers andere Anforderungen an Materialsteifigkeit und Reißfestigkeit, damit die Banderole formstabil bleibt und maschinell verarbeitbar ist. Als Substrate kommen Papier- und Folienmaterialien zum Einsatz, wie sie im Rollenetikettendruck üblich sind. Die Druckdaten sind spezifisch für das Banderolen-Format aufzubereiten: Ein Hersteller fordert explizit die Anlage aller Daten in CMYK und/oder Volltonfarben, was dem Standard professioneller Etikettendruckverfahren wie Flexodruck oder Digitaldruck entspricht. Hinzu kommen formatspezifische Anforderungen wie korrekte Ausrichtung der Druckinhalte über den Produktumfang sowie exakt definierte Längen- und Breitenmaße. In der industriellen Kennzeichnung – etwa für Kabel oder Leitungen – werden Banderolenetiketten auch als Thermotransfer-bedruckte Etiketten ausgeführt, die anschließend automatisiert appliziert werden. Die umlaufende Bedruckung bietet dabei eine großflächige, rundum gut lesbare Kennzeichnung, die auch bei zylindrischen Objekten zuverlässig funktioniert.