Barcode-Verifizierung (ISO/IEC 15415 / ISO/IEC 15416)

Die Barcode-Verifizierung bezeichnet die normbasierte Messung und Bewertung der Druckqualität von Barcodes und 2D-Codes anhand festgelegter Qualitätsparameter. Sie unterscheidet sich damit grundlegend vom einfachen Lesen eines Codes, da nicht nur geprüft wird, ob ein Code gescannt werden kann, sondern ob er die definierten Qualitätsanforderungen einer Norm tatsächlich erfüllt. Im Etikettendruck gelten dabei zwei zentrale Normen: ISO/IEC 15416 für lineare Strichcodes auf Etiketten und ISO/IEC 15415 für 2D-Codes auf Etiketten.

Die technische Durchführung erfolgt mit speziellen Messgeräten, sogenannten Code-Verifiern, die den Barcode vollständig nach ISO-Vorgaben vermessen und ein Prüfprotokoll erzeugen. Bei der Prüfung nach ISO/IEC 15416 werden dabei mehrere Qualitätsparameter einzeln bewertet, darunter Decode, Symbol Contrast, Minimum Reflectance, Modulation, Quiet Zone, Decodability und Defects. Aus diesen Einzelbewertungen ergibt sich ein numerischer Qualitätswert beziehungsweise eine Güteklasse, die den Gesamtzustand des gedruckten Codes beschreibt. Verifier können dabei als Inline-Systeme direkt in den Druckprozess integriert sein oder als Offline-Geräte im Rahmen eines Spot-Checkings eingesetzt werden. Für Direktmarkierungen auf Teilen, also nicht auf Etiketten, kommt stattdessen ISO/IEC TR 29158 (AIM DPM-1-2006) zur Anwendung. Ergänzend zu den Hauptnormen existieren mit ISO/IEC 15426-1 und ISO/IEC 15426-2 weitere Normen, die das Umfeld der Barcodeprüfung regeln.

Für den Etikettendruck hat die Barcode-Verifizierung unmittelbare praktische Bedeutung. Die Prüfung findet nach dem Druck und vor der Freigabe oder Weiterverwendung eines Etiketts statt, also an dem Punkt, an dem der Code seine endgültige gedruckte Form hat. Hersteller von Etiketten können durch die Verifizierung objektiv nachweisen, dass die gedruckten Codes die vereinbarten Qualitätsanforderungen erfüllen, da das Prüfprotokoll des Verifiers alle gemessenen Parameter dokumentiert. Käufer und Anwender von Etiketten erhalten damit die Sicherheit, dass die Codes normgeprüft und zuverlässig lesbar sind. Gerade in Lieferketten, wo Barcodes von verschiedenen Scannern unterschiedlicher Hersteller gelesen werden müssen, stellt die normkonforme Qualitätsbewertung sicher, dass ein Code nicht nur unter optimalen Bedingungen funktioniert, sondern die geforderte Mindestqualität reproduzierbar erreicht. Die Wahl des richtigen Verfahrens, also ISO/IEC 15415 für 2D-Codes oder ISO/IEC 15416 für Strichcodes, richtet sich dabei nach dem auf dem Etikett verwendeten Codetyp.