Ein Blocker-Tag ist ein elektronisches Gerät aus dem RFID-Bereich, das die Kommunikation zwischen einem RFID-Etikett und einem Lesegerät gezielt blockieren oder stören soll. Es erreicht dies, indem es Störsignale aussendet und beim Auslesevorgang gewissermaßen „dazwischenfunkt“, sodass der Leser die eigentlichen Transponder im Umfeld nicht oder nur eingeschränkt erfassen kann. Der Begriff „Clipped-Tag“ taucht in diesem Zusammenhang gelegentlich auf, lässt sich anhand verfügbarer technischer Quellen jedoch nicht eigenständig und belastbar definieren.
Technisch unterscheidet man zwischen passiven und aktiven Blocker-Tags. Ein passives Blocker-Tag verfügt über keine eigene Energieversorgung, sondern bezieht seinen Betriebsstrom aus dem Abfrageimpuls des Lesegeräts selbst – ähnlich wie ein gewöhnlicher passiver RFID-Transponder. In der Praxis zeigt sich dabei jedoch eine wesentliche Einschränkung: Passive Blocker-Tags funktionieren nur unter bestimmten RFID-Protokollen zuverlässig. Bei anderen Protokollen können sie wirkungslos sein, was ihre praktische Schutzwirkung erheblich begrenzt. Manche Quellen bezeichnen passive Blocker-Tags deshalb grundsätzlich als problematisch. Hinzu kommt, dass die rechtliche Zulässigkeit von Blocker-Tags nicht abschließend geklärt ist; in bestimmten Kontexten können sie als Störsender eingestuft und entsprechend bewertet werden.
Für den Etikettendruck und die industrielle Kennzeichnung mit RFID-Etiketten ist die Existenz von Blocker-Tags aus einem konkreten Grund relevant: Wer RFID-Transponder auf Etiketten einsetzt, etwa zur automatischen Warenidentifikation, Logistik oder Zugangskontrolle, muss damit rechnen, dass Blocker-Tags im Umfeld den geplanten Auslesevorgang beeinträchtigen oder vollständig verhindern können. Blocker-Tags sind dabei keine reguläre Komponente im Etikettendruckprozess selbst und werden nicht als Material oder Verfahrensbestandteil bei der Etikettenherstellung eingesetzt. Vielmehr stellen sie eine externe Variable dar, die die Funktion fertig produzierter RFID-Etiketten im Einsatzfeld stören kann. Ein Aspekt, der in der Fachdiskussion betont wird, ist die Verlagerung der Schutzverantwortung: Während Hersteller und Händler RFID-Etiketten für ihre Prozesse nutzen, können Verbraucher durch Blocker-Tags aktiv Einfluss auf die Auslesbarkeit dieser Etiketten nehmen. Für Hersteller und Händler von RFID-Etiketten bedeutet dies, dass die technisch einwandfreie Funktion eines Transponders nicht allein durch dessen Qualität und korrekte Verarbeitung gesichert werden kann, sondern auch von den Umgebungsbedingungen im späteren Einsatz abhängt. Wer RFID-Etiketten entwickelt oder beschafft, sollte diesen Aspekt bei der Systemplanung berücksichtigen.