Butt-Cut bezeichnet im Etikettendruck eine Schnitt- und Anordnungsweise, bei der einzelne Etiketten direkt aneinanderstoßen, ohne dass ein Zwischenraum oder Abstand zwischen ihnen verbleibt. Der Begriff leitet sich vom englischen „to butt up against each other“ ab und beschreibt wörtlich das kantengenaue Aneinanderstoßen zweier Zuschnitte. Butt-Cut-Etiketten sind in der Regel rechteckig mit quadratischen Ecken.
Im praktischen Einsatz findet Butt-Cut vor allem bei Rollenetiketten Anwendung. Die Etiketten werden dabei direkt hintereinander auf dem Trägermaterial angeordnet, wobei zwischen zwei benachbarten Etiketten ein gerader Schnitt ohne Materialverlust gesetzt wird. Im Unterschied zum Die-Cut-Verfahren, bei dem ein spezielles Schneidwerkzeug eine bestimmte Form aus dem Material stanzt, verzichtet der Butt-Cut auf ein solches formgebendes Werkzeug und erzeugt stattdessen ausschließlich gerade Schnittlinien. Druckfarben, UV-Beschichtungen oder Laminierungen werden vor dem Schneidvorgang aufgebracht, analog zum Die-Cut-Prozess. Butt-Cut-Etiketten lassen sich unter anderem im Flexodruck auf Rollen produzieren.
Für den Etikettendruck ist das Butt-Cut-Verfahren aus mehreren Gründen relevant. Erstens ermöglicht die lückenlose Anordnung der Etiketten eine maximale Ausnutzung der verfügbaren Materialbreite, da kein Zwischenraum zwischen den einzelnen Labels vorgesehen werden muss. Das reduziert den Materialabfall und senkt damit die Produktionskosten. Butt-Cut gilt in der Branche als wirtschaftlichste Option im Vergleich zu anderen Schnittverfahren wie dem Die-Cut. Zweitens kann das Fehlen eines Abstands zwischen den Etiketten dazu beitragen, die Trennung vom Trägermaterial während des Druckprozesses zu verringern, was den Produktionsablauf beeinflusst. Auf der anderen Seite beschreiben Quellen das Butt-Cut-Format auch als Lösung, die das individuelle Abtrennen einzelner Etiketten durch den Anwender vereinfachen kann.
Für Einkäufer und Hersteller von Etiketten bedeutet die Wahl des Butt-Cut-Verfahrens konkret: Es eignet sich besonders dort, wo rechteckige Formen ausreichen, hohe Stückzahlen wirtschaftlich produziert werden sollen und eine möglichst vollständige Ausnutzung der Materialbreite angestrebt wird. Wer hingegen individuell geformte Etiketten mit runden Ecken oder Freiformkonturen benötigt, wird auf das Die-Cut-Verfahren zurückgreifen müssen. Butt-Cut ist damit keine universelle Lösung, aber innerhalb seines Anwendungsbereichs ein effizientes und kostenorientiertes Verfahren im Etikettendruck.