Die Bezeichnungen C-UL-US-Listed, cULus, cURus und cRUus sind Prüfzeichen der Organisation Underwriters Laboratories (UL) und belegen, dass ein Produkt oder eine Komponente sowohl die US-amerikanischen als auch die kanadischen Sicherheitsanforderungen nach UL-Normen erfüllt. Dabei unterscheidet UL grundsätzlich zwischen zwei Kategorien: „UL Listed“ kennzeichnet vollständige Endprodukte, die nach UL-Sicherheitsanforderungen geprüft und zugelassen wurden, während „UL Recognized Component“ – erkennbar am cURus- bzw. cRUus-Logo – Komponenten wie Etikettenmaterialien, Folien oder Klebstoffsysteme kennzeichnet, die als Bestandteil in einem UL-gelisteten Endprodukt eingesetzt werden dürfen. Das „c“ im Kürzel steht für die kanadische Zulassung, „us“ für die US-amerikanische; beide zusammen signalisieren die gleichzeitige Konformität für den nordamerikanischen Markt.
Im Zertifizierungsprozess prüft UL als unabhängige Drittpartei repräsentative Produktmuster anhand definierter Normen – für Etiketten und Beschriftungssysteme ist insbesondere der Standard UL 969 „Marking and Labeling Systems“ einschlägig. Nach erfolgreicher Zertifizierung führt UL regelmäßige, teils unangekündigte Audits beim Hersteller durch, um die fortlaufende Einhaltung der Anforderungen sicherzustellen. Nur Hersteller, die diesen Prozess durchlaufen haben, dürfen ihre Produkte mit dem jeweiligen UL-Prüfzeichen versehen.
Für den Etikettendruck hat dies konkrete Auswirkungen auf Materialauswahl, Verarbeitung und Lieferkette. Etikettenmaterialien, die das cURus- bzw. cRUus-Zeichen tragen sollen, müssen aus von UL freigegebenen Materialien bestehen – darunter spezifische Folien, Papiere und Klebstoffsysteme – und nach genau festgelegten Prozessparametern verarbeitet werden. Kritisch ist dabei: UL-gelistetes Rohmaterial verliert seinen UL-Status, sobald es durch Stanzen, Schneiden oder Konfektionieren weiterverarbeitet wird. Um den UL-Status wiederherzustellen, muss die Weiterverarbeitung durch einen von UL zugelassenen Repackager erfolgen, der das Material erneut als UL Recognized Component kennzeichnet. Hersteller, die UL-konforme Etiketten produzieren möchten, müssen daher entweder selbst als zugelassener Repackager registriert sein oder entsprechend zertifizierte Vorlieferanten einsetzen. Auch die eingesetzten Druckverfahren und Verbrauchsmaterialien wie Thermotransferbänder können Bestandteil des UL-Files sein und müssen dann ebenfalls den freigegebenen Spezifikationen entsprechen.
Für Gerätehersteller, die ihre Produkte im nordamerikanischen Markt vertreiben, sind UL-konforme Etiketten ein praktischer Vorteil: Sie erleichtern die behördliche Abnahme durch sogenannte Authorities Having Jurisdiction (AHJ) und liefern die geforderte Rückverfolgbarkeit des Produkts über das aufgebrachte Etikett. Produkte, die nur Teilen eines UL-Standards entsprechen, gelten nicht als UL-gelistet – die Zertifizierung ist unteilbar und setzt vollständige Konformität voraus.