CIE 1976 Lab*-Farbraum (L-Achse, a-Achse, b-Achse)

Der CIE 1976 L\*a\*b\*-Farbraum (CIELAB) ist ein von der Commission Internationale de l’Éclairage im Jahr 1976 definierter, geräteunabhängiger Farbraum, der Farben über drei Achsen beschreibt: L\* für die wahrgenommene Helligkeit (0 = Schwarz, 100 = Weiß), a\* für die Grün-Rot-Achse (negativ: Grün, positiv: Rot) und b\* für die Blau-Gelb-Achse (negativ: Blau, positiv: Gelb). Er ist aus dem CIEXYZ-Farbraum abgeleitet und strebt eine annähernd perzeptiv gleichabständige Farbdarstellung an, das heißt, gleich große numerische Unterschiede zwischen zwei Farbwerten entsprechen annähernd gleich großen wahrgenommenen Farbunterschieden. Normativ ist der Farbraum in ISO/CIE 11664-4 festgelegt, die unter anderem die frühere DIN 6174 abgelöst hat.

Im Farbmanagement dient CIELAB als sogenannter Profile Connection Space (PCS): Alle gerätegebundenen Farbräume wie RGB oder CMYK sind Teilmengen dieses übergeordneten Referenzfarbraums. ICC-Profile von Scannern, Monitoren und Druckmaschinen sind über CIE Lab miteinander verknüpft, sodass Farbdaten verlässlich von einem Gerät auf ein anderes übertragen werden können. Praktisch bedeutet das, dass Farbmanagement-Software Eingabedaten zunächst in L\*a\*b\* umrechnet und von dort in den Farbraum des Zielgeräts konvertiert. Farbabweichungen zwischen Soll- und Istwerten lassen sich im CIELAB-Raum als Farbabstand ΔE berechnen und damit objektiv bewerten, ob eine gemessene Farbe innerhalb definierter Toleranzen liegt.

Für den Etikettendruck ist der L\*a\*b\*-Farbraum aus mehreren Gründen unmittelbar relevant. Erstens ermöglicht er die eindeutige, geräteunabhängige Spezifikation von Farben über Zahlenwerte – eine Voraussetzung für verbindliche Farbvereinbarungen zwischen Etikettenhersteller und Auftraggeber, etwa bei Marken- oder Sicherheitsfarben. Zweitens bildet die Messung von L\*a\*b\*-Werten mit Spektralphotometern die Grundlage der Qualitätskontrolle: Farbabstände ΔE werden genutzt, um die Farbstabilität zwischen einzelnen Druckauflagen oder über verschiedene Druckmaschinen hinweg standardisiert zu überwachen und Prozesse zu optimieren. Drittens erlaubt der Abgleich von L\*a\*b\*-Zielwerten mit dem druckbaren Farbraum (Gamut) eines bestimmten Etikettendruckverfahrens eine realistische Bewertung, ob eine gewünschte Farbe mit dem gewählten Verfahren – beispielsweise Flexo-, Digital- oder Offsetdruck – überhaupt reproduzierbar ist. Da CIE Lab nahezu alle vom Menschen wahrnehmbaren Farben umfasst, andere Druckfarbräume jedoch nur Teilmengen davon abdecken, lassen sich Gamut-Einschränkungen frühzeitig erkennen und entweder technisch lösen oder mit dem Kunden kommunizieren.