Deinkbar

Als „deinkbar“ werden Materialien oder Druckprodukte bezeichnet, die sich in standardisierten Deinking-Verfahren so behandeln lassen, dass die aufgebrachte Druckfarbe ausreichend aus dem Faserstoff entfernt wird. Das Ergebnis sind qualitativ wiederverwertbare Fasern, die erneut für die Herstellung von Papier oder Verpackungen eingesetzt werden können. Der Begriff leitet sich vom englischen „Deinking“ ab, das in der Papier- und Verpackungsindustrie das gezielte Herauslösen von Druckfarben aus bedrucktem Altpapier bezeichnet.

Im Recyclingprozess wird das bedruckte Fasermaterial zunächst aufgeschlossen und anschließend in einer Deinking-Stufe von den Farbpartikeln befreit – ein verbreitetes Verfahren hierfür ist das sogenannte Flotations-Deinking, bei dem Farbpartikel über Luftblasen aus der Fasersuspension abgetrennt werden. Damit dieses Verfahren funktioniert, müssen sowohl das Trägermaterial als auch die verwendeten Druckfarben so beschaffen sein, dass sich die Farbpartikel vom Faserstoff lösen und abtrennen lassen. Nicht deinkbare Materialien wirken in diesem Prozess als Störstoff und verschlechtern die Qualität des Recyclingpapiers.

Für den Etikettendruck ist die Deinkbarkeit vor allem dann relevant, wenn Etiketten auf papierbasierten Verpackungen eingesetzt werden, die dem Papier-Recyclingkreislauf zugeführt werden sollen. Ein Etikett, das sich nicht deinkten lässt, kann die Recyclingfähigkeit der gesamten Verpackung beeinträchtigen. Papier- und Kartonbasierte Etikettenmaterialien werden deshalb gezielt so ausgelegt, dass sie in bestehende Recyclingströme für Altpapier integriert werden können, was die Deinking-Eignung des Trägerstoffs einschließt. In Nachhaltigkeitsunterlagen zu Etikettenmaterialien wird Deinkbarkeit ausdrücklich als Kriterium für eine recyclinggerechte Gestaltung genannt.

Neben der Materialwahl spielt auch das Druckverfahren eine Rolle. Im Etikettendruck werden unter anderem Digital-, Flexo-, Thermotransfer- und Siebdruck eingesetzt. Der Digitaldruck wird in Nachhaltigkeitszusammenhängen als ressourcenschonendes Verfahren hervorgehoben – unter anderem wegen geringerer Makulatur und dem Verzicht auf Druckplatten. In Kombination mit deinkbaren Papieretiketten und migrationsarmen, umweltfreundlichen Druckfarben sowie dünneren Basismaterialien entstehen Etikettenlösungen, die auf eine möglichst hohe Recyclingverträglichkeit ausgelegt sind.

Für Etikettenhersteller bedeutet die Berücksichtigung der Deinkbarkeit eine bewusste Auswahl kompatibler Materialien und Farben. Für Unternehmen, die Etiketten einsetzen, ist die Deinkbarkeit ein konkretes Kriterium bei der Wahl von Etikettenlösungen, wenn Verpackungen den Anforderungen bestehender Papier-Recyclingprozesse genügen sollen. Da in öffentlich zugänglichen Quellen keine spezifische Norm mit direktem Etikettenbezug unter Angabe einer Norm-Nummer dokumentiert ist, orientiert sich die Branche an allgemeinen Anforderungen zur Recyclingfähigkeit sowie an etablierten Deinkingprüfverfahren für Papiere.