DNA-Markierung bezeichnet den Einsatz synthetisch hergestellter, einzigartiger DNA-Sequenzen – sogenannter Oligonukleotide oder künstlicher DNA (kDNA) – als unsichtbares, biochemisches Identifikationsmerkmal zur Kennzeichnung von Produkten, Etiketten und Verpackungen. Jede produzierte Charge trägt einen weltweit einmaligen DNA-Code, der in einer Datenbank mit den Daten des jeweiligen Anwenders verknüpft ist und forensisch eindeutig nachgewiesen werden kann.
Technisch wird die künstliche DNA in eine Trägerflüssigkeit eingebettet, die beispielsweise auf Acryl-Urethan-Basis formuliert ist und nach dem Auftragen zu einer dauerhaften, schwer entfernbaren Schicht aushärtet. Der Nachweis erfolgt zweistufig: Im ersten Schritt lokalisiert UV-Licht die Markierung schnell vor Ort, da fluoreszierende Zusätze in der Formulierung sichtbar werden. Im zweiten Schritt weist eine PCR-basierte Laboranalyse den spezifischen DNA-Code zweifelsfrei nach und ordnet ihn der hinterlegten Referenz zu. Viele Produkte ergänzen diese beiden Ebenen durch codierte Mikrodots – mikrolithografische Metallplättchen mit eigener maschinenlesbarer Kennung –, die eine dritte, optische Prüfebene direkt vor Ort ermöglichen.
Für den Etikettendruck ist die DNA-Markierung auf zwei Wegen relevant. Erstens lässt sie sich als Sicherheitsdruckfarbe oder -lack direkt in den bestehenden Druckprozess integrieren – ob Flexo, Offset, Siebdruck oder Digitaldruck –, ohne dass grundlegende Verfahrensänderungen erforderlich sind. Die DNA-haltige Schicht wird wie eine konventionelle Spezialfarbe verarbeitet, bleibt auf dem fertigen Etikett aber vollständig unsichtbar. Zweitens kann die Markierungsflüssigkeit nachträglich durch Pinseln, Sprühen oder Tropfen-Applikation auf bereits produzierte Etiketten, Verpackungen oder Komponenten aufgebracht werden. Für Etikettenhersteller eröffnet das die Möglichkeit, Kunden aus sicherheitskritischen Branchen – etwa Markenartikel, Elektronik oder Maschinenbau – ein forensisch belastbares Sicherheitsmerkmal anzubieten, das weder visuell erkennbar noch ohne Datenbankzugang und Laborausstattung reproduzierbar ist. Für Anwender schafft die Kombination aus unsichtbarer Markierung und sichtbaren Hinweisen auf die DNA-Kennzeichnung eine nachweisliche Abschreckungswirkung gegen Fälschung und Diebstahl. Zoll- und Ermittlungsbehörden können die Echtheit von Etiketten und Produkten prüfen, indem sie UV-Fluoreszenz, Mikrodots und Laboranalyse kombinieren und mit dem registrierten Code abgleichen. Damit positioniert sich die DNA-Markierung als hochsicheres, ergänzendes Feature in smarten Kennzeichnungssystemen – mit einer deutlich höheren Fälschungshürde als Barcodes, QR-Codes oder Hologramme.