Druck- und Spendesystem

Ein Druck- und Spendesystem ist ein industrielles Kennzeichnungssystem, das Etiketten in einem einzigen integrierten Gerät zunächst bedruckt und anschließend automatisch auf Produkte, Verpackungen oder Ladungsträger wie Kartons und Paletten appliziert. Es vereint damit zwei Prozessschritte – Bedrucken und Aufbringen – in einem Arbeitsgang. In der Fachsprache sind auch die Bezeichnungen Etiketten-Druck-Spender, Druck-Spende-System oder Etikettendruckspender geläufig.

Technisch besteht ein solches System aus einem Druckmodul, das Etiketten typischerweise im Thermodirekt- oder Thermotransferverfahren mit variablen Daten wie Barcodes, fortlaufenden Nummern, Trackingnummern, Adressen oder Mindesthaltbarkeitsdaten bedruckt, sowie einem Applikationsmodul, das das fertig bedruckte Etikett unmittelbar auf das zu kennzeichnende Objekt überträgt. Die Systeme sind für den Industriebetrieb ausgelegt und können voll- oder halbautomatisch betrieben werden. Sie übernehmen Standard-Etikettieraufgaben direkt an Produktions- und Verpackungslinien und eignen sich damit besonders für Anwendungen mit hohem Durchsatz in der Logistik, der Verpackungsbranche und im produzierenden Gewerbe. Einige Geräteklassen wie der Legi-Air 3050 werden dabei ausdrücklich als kosteneffizienter Einstieg in die industrielle Etikettierung positioniert, ohne dass eine vollständige und komplexe Linienintegration erforderlich wäre.

Für den Etikettendruck hat die Nutzung solcher Systeme direkte und konkrete Konsequenzen. Da die Etiketten vollautomatisch aus einer Rolle eingezogen, bedruckt und gespendet werden, kommt der Materialauswahl eine zentrale Bedeutung zu: Das Etikettenmaterial muss hinsichtlich Substrat, Klebstoff, Abmessungen und Wickelrichtung exakt auf das jeweilige System abgestimmt sein, damit der automatisierte Prozess störungsfrei läuft. Entsprechend müssen Etikettenhersteller und -käufer ihre Produkte systemkompatibel spezifizieren. Darüber hinaus sind in bestimmten Branchen normative Anforderungen zu berücksichtigen: In der Automobilindustrie etwa verlangen VDA-Spezifikationen, dass Etiketten – inklusive Layout, Codierung und Materialqualität – definierten Branchenstandards entsprechen, damit sie in der jeweiligen Lieferkette akzeptiert werden. Da Druck- und Spendesysteme Produkte mit variablen Informationen kennzeichnen und damit Rückverfolgbarkeit und Tracking in der Logistik unterstützen, müssen die verwendeten Etiketten außerdem Druckoberflächen bieten, die eine zuverlässige maschinelle Lesbarkeit von Barcodes und 2D-Codes bei den eingesetzten Druckverfahren gewährleisten. Wer Etiketten für den Einsatz in Druck- und Spendesystemen beschafft oder produziert, muss also Materialeignung, Systemkompatibilität und gegebenenfalls Branchennormen von Beginn an in die Spezifikation einbeziehen.