Dublieren / Verdopplung

Der Begriff „Dublieren / Verdopplung“ ist in der deutschsprachigen Fachliteratur zum Etikettendruck und zur Druckvorstufe nicht als standardisierter oder dokumentierter Fachbegriff etabliert. In einschlägigen Quellen aus dem Bereich Etikettendruck, Prepress und industrieller Kennzeichnung findet sich weder eine einheitliche Definition noch eine zugeordnete technische Verwendung dieses Ausdrucks. Es handelt sich damit um einen Begriff, der in der Fachkommunikation der Branche keine belegte, eigenständige Bedeutung trägt.

In den typischen Beschreibungen der Druckvorstufe für Etiketten – darunter Datenaufbereitung, Farbseparation, Rasterung, Proof, Plattenherstellung und Stanzform-Engineering – taucht „Dublieren“ oder „Verdopplung“ nicht als eigenständiger Prozessschritt auf. Ebenso wenig lässt sich der Begriff einem bestimmten Druckverfahren wie Flexo-, Offset- oder Digitaldruck, einem spezifischen Material wie Folie, Papier oder Haftmaterial oder einem definierten Maschinentyp zuordnen. Auch bei der Beschreibung von Sondertechniken wie Mehrlagenetiketten oder Sandwichetiketten sowie bei der Erläuterung von Veredelungsverfahren wird der Begriff in keiner der zugänglichen Fachquellen verwendet.

Für den Etikettendruck bedeutet dies konkret: Wer in einem Lastenheft, einer Druckanfrage oder einer technischen Spezifikation auf den Ausdruck „Dublieren / Verdopplung“ stößt, kann sich nicht auf eine brancheneinheitliche Definition stützen. Da die üblichen Qualitäts- und Prozessbeschreibungen von Etikettendruckereien und Prepress-Dienstleistern – von Druckdatenformaten über Farbprofile bis zu Normen wie PDF/X – diesen Begriff nicht führen, besteht im praktischen Austausch zwischen Auftraggeber und Druckerei das Risiko von Missverständnissen. Weder für Hersteller noch für Käufer von Etiketten lassen sich auf Basis belegbarer Quellen konkrete Auswirkungen auf Kosten, Materialwahl, Qualität oder Funktionalität eines Prozessschritts dieses Namens ableiten.

Fachleute und Einkäufer im Etikettensegment sollten daher bei Verwendung dieses Begriffs stets eine präzise, projektbezogene Klärung mit dem jeweiligen Druckerei- oder Prepress-Partner vornehmen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass beide Seiten denselben Prozess oder dieselbe Anforderung meinen – unabhängig davon, welche regionale oder unternehmensinterne Bedeutung dem Ausdruck möglicherweise beigemessen wird.