EPC

EPC steht für Electronic Product Code und ist ein weltweit genutztes Identifikationsschema zur eindeutigen Kennzeichnung von Objekten. Es wurde von GS1 entwickelt und besteht aus einer GS1-Basisnummer, optional einem Objekttyp sowie immer einer Seriennummer. Wichtig zu verstehen: EPC ist das Identifikationsschema selbst, nicht die Technologie, mit der es übertragen wird.

In der Praxis wird ein EPC als Datensatz auf einem RFID-Tag gespeichert, der aus einem Mikrochip und einer Antenne besteht. Der zugehörige Standard für den Datenträger ist ISO 18000-6C. Über RFID-Schreib- und Lesegeräte kann dieser Datensatz kontaktlos ausgelesen werden, ohne dass eine Sichtverbindung zwischen Tag und Lesegerät erforderlich ist, wie es beim Barcode noch notwendig wäre. Alle GS1-Identifikationsnummern lassen sich in einem EPC abbilden; in der Praxis wird EPC häufig in Verbindung mit serialisierten GTINs eingesetzt, also mit einer GTIN, die um eine individuelle Seriennummer ergänzt ist. Das ermöglicht die Unterscheidung einzelner Artikel gleichen Typs und bildet die Grundlage für Rückverfolgbarkeit und Bestandskontrolle in der Lieferkette.

Für den Etikettendruck ist EPC aus mehreren Gründen relevant. Ein Etikett mit EPC-Funktion ist kein gewöhnliches Drucketikett mehr: Es muss zusätzlich zu den sichtbaren Druckdaten, etwa Barcodes oder Klarschrift, einen RFID-Transponder integrieren. Das Etikett besteht in diesem Fall nicht nur aus Obermaterial, Klebstoff und Liner, sondern enthält als weitere Komponente den eingebetteten RFID-Chip mit Antenne. Diese sogenannten RFID-Etiketten oder Smart Labels stellen höhere Anforderungen an die Etikettenkonstruktion und den Herstellungsprozess als reine Barcode-Etiketten. Die Kosten für RFID-Etiketten mit EPC-Codierung liegen entsprechend deutlich über denen konventioneller Barcode-Etiketten. Wer als Etikettenkäufer EPC-basierte Kennzeichnung einsetzen möchte, muss daher gezielt RFID-fähige Etiketten beschaffen und kann nicht auf Standard-Barcode-Etiketten zurückgreifen.

Auf der Druckseite kommen für RFID-Etiketten dieselben Verfahren wie beim konventionellen Etikettendruck infrage, darunter Thermotransferdruck, Flexodruck, Siebdruck und Digitaldruck. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der zusätzlichen Enkodierung: Der EPC-Datensatz muss beim Druck oder in einem vorgelagerten Schritt auf den Transponder geschrieben werden. Für Hersteller und Verarbeiter von Etiketten bedeutet EPC damit eine technische Erweiterung des klassischen Druckprozesses um eine elektronische Komponente, die eigene Ausrüstung, Prüfprozesse und Qualitätsstandards erfordert.