Etikettenlichtschranke

Eine Etikettenlichtschranke ist ein optischer Sensor, der in Etikettendruckern und Etikettier- bzw. Spendesystemen zur Erkennung der Etikettenposition auf der Trägerbahn oder zur Anwesenheits- und Entnahmeerkennung von Etiketten im Spendebereich eingesetzt wird. Der Begriff bezeichnet damit die im Etikettendrucker integrierte Lichtschranke, die den Anfang und das Ende eines Etiketts zuverlässig detektiert und so den präzisen Materialvorschub steuert.

Technisch arbeitet die Etikettenlichtschranke nach zwei gängigen Prinzipien. Beim Durchlichtverfahren stehen Sender und Empfänger einander gegenüber; die Lücke zwischen zwei aufeinanderfolgenden Etiketten lässt mehr Licht durch als das Etikett selbst, wodurch der Sensor den Etikettenanfang und das Etikettenende eindeutig unterscheidet. Beim Reflexionsverfahren sendet der Sensor Licht aus und wertet das vom Material zurückgeworfene Signal aus; dieses Prinzip dient vor allem zur Erkennung schwarzer Balken, sogenannter Black Marks, auf der Rückseite des Trägermaterials. Etikettendrucker wie der Carl Valentin Vario III nutzen explizit beide Verfahren – Durchlicht für die Etikettenlücke und Reflexion für schwarze Steuerbalken. Darüber hinaus erkennt die Lichtschranke in Druck-Spendesystemen, wenn ein Etikett an der Spendekante entnommen wurde, und löst daraufhin automatisch den Druck und Vorschub des nächsten Etiketts aus. Die Position der Lichtschranke lässt sich in den meisten Druckern über das Menü einstellen und auf das jeweilige Material kalibrieren, was besonders bei ungewöhnlichen Etikettenformen wie Stecketiketten notwendig ist.

Für den Etikettendruck hat die Etikettenlichtschranke unmittelbare praktische Konsequenzen bei der Materialauswahl, der Etikettengestaltung und der Systemwartung. Etiketten müssen so ausgelegt sein, dass der Sensor zwischen Trägerband und Etikett ausreichend unterscheiden kann – das erfordert definierte Lückenbreiten, geeignete Lichtdurchlässigkeit der Materialien oder korrekt platzierte Black Marks. Wer Etiketten für spezifische Druckersysteme entwickelt oder beschafft, muss prüfen, ob der Drucker über die passende Sensorvariante verfügt: Für Black-Mark-Etiketten oder geometrisch aufwendige Stanzformen ist die Verfügbarkeit eines geeigneten Sensors – etwa mit verlängertem Durchlichtbereich – ein konkretes Auswahlkriterium. Falsch eingestellte oder verschmutzte Lichtschranken führen direkt zu Fehletikettierungen wie Etikettenversatz, Doppelvorschub oder übersprungenen Etiketten. Deshalb ist die regelmäßige Reinigung der Etikettenlichtschranke fester Bestandteil der Druckerwartung. Hersteller behandeln sie in ihren Bedienungsanleitungen entsprechend als sicherheits- und funktionsrelevantes Bauteil, das den allgemeinen Maschinen- und Geräteanforderungen des jeweiligen Druckers unterliegt.