Euroloch

Das Euroloch ist eine normierte, schlitzförmige Aussparung im oberen Bereich von Verkaufsverpackungen wie Folienbeuteln, Blisterverpackungen und Kartonagen. Es dient der Aufhängung an standardisierten Haken- und Lochwandsystemen im Einzelhandel und ist in der europäischen Norm EN 13010 (ehemals DIN 55512-1, erstmals 1977 veröffentlicht, aktuelle Fassung seit 2003) geregelt. Synonyme Bezeichnungen sind Eurolochung, Aufhängeloch und Euroslot.

Die charakteristische Form des Eurolochs kombiniert einen runden Lochdurchmesser von 9 mm mit einem darunterliegenden rechteckigen Schlitz, sodass sich eine Gesamtabmessung von 32 × 6 mm ergibt. Diese spezifische Kontur mit seitlichen Einwölbungen sorgt für deutlich höhere Reißfestigkeit als ein einfaches Rundloch und macht die Eurolochung damit auch für schwerere Produkte oder längere Hängedauer geeignet. Bei besonders schweren oder breiten Produkten können mehrere Eurolochungen zur stabileren Aufhängung vorgesehen werden. Positioniert wird das Euroloch stets oben, zentriert, mit einem Randabstand von typischerweise 5 bis 10 mm zum oberen Verpackungsrand. Hergestellt wird die Aussparung je nach Material entweder durch ein Stanzwerkzeug oder, bei Folienverpackungen, durch ein spezielles Schweißwerkzeug im Querschweißbereich.

Für den Etikettendruck und die industrielle Kennzeichnung ist das Euroloch aus mehreren Gründen praxisrelevant. Etiketten werden häufig nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines Gesamtsystems aus bedrucktem Etikett und Trägerverpackung. Blisterkarten, Kartonträger und Folienbeutel, auf die Etiketten aufgedruckt oder aufgeklebt werden, müssen in ihrer Gestaltung von Anfang an das Euroloch berücksichtigen, da die Stanzung oder Schweißung nachträglich die Stabilität des Materials beeinflussen kann. Das bedeutet konkret: Wer Etiketten für hängende Verkaufsverpackungen entwickelt, muss das Layout so planen, dass der Bereich um das Euroloch frei von druckrelevanten Informationen bleibt und ausreichend Randabstand eingehalten wird. Für Materialien wie Papier, Karton oder Kunststofffolie gelten dabei unterschiedliche Anforderungen an die Stanzqualität. Die Druckverfahren selbst, ob Digitaldruck, Flexodruck, Offsetdruck oder Thermotransferdruck, sind von der Eurolochung technisch unabhängig, aber im gemeinsamen Produktionsverbund von Etikett und Verpackung eng miteinander verknüpft. Durch die Einhaltung der Norm EN 13010 ist die Kompatibilität mit sämtlichen gängigen Lochwand- und Displaysystemen im Handel gewährleistet, was für Etikettengestalter und Verpackungshersteller gleichermaßen eine verbindliche Planungsgrundlage darstellt.