Fahnenetikett

Ein Fahnenetikett ist eine speziell geformte Etikettentype für die Kabel- und Leitungskennzeichnung. Das Etikett wird dabei so um ein Kabel gelegt, dass beide Enden gleich weit über das Kabel hinausragen und anschließend flächig zusammengeklebt werden. Das Ergebnis ist eine fahnenartige, seitlich abstehende Fläche, die sichtbar vom Kabel absteht und die eigentliche Informationsfläche bildet. Im Fachbereich sind auch die Bezeichnungen Fahne, Selbstklebefahne und Kabelfahne gebräuchlich.

Die Anwendung richtet sich vor allem an runde oder schwer zu beschriftende Oberflächen wie Kabel und Schläuche, bei denen herkömmliche flache Etiketten keinen ausreichenden Halt bieten oder schlicht nicht lesbar blieben. Das Fahnenfeld selbst kann ein- oder beidseitig bedruckt werden, was die nutzbare Informationsfläche gegenüber einer einfachen Umwicklung erhöht. Benötigt man noch mehr Platz, stehen laut Hersteller- und Anwendungsquellen erweiterte Formvarianten zur Verfügung: die sogenannte Knochenform sowie die T-Form, die beide zusätzliche Druckfläche bieten. Einsatzgebiete reichen von der allgemeinen Kabelkennzeichnung über die Bauteilkennzeichnung bis hin zur Kennzeichnung in der Daten- und Telekommunikationsbranche. Als alternatives Verfahren zur Kabelkennzeichnung kommen daneben auch Wickeletiketten und Schrumpfschläuche zum Einsatz.

Für den Etikettendruck hat die Fahnenetikett-Form konkrete Auswirkungen auf Materialwahl, Druckverfahren und Systemauswahl. Als Material wird insbesondere eine anschmiegsame, flexible Folie eingesetzt, die sich eng an dünne Kabel und Leitungen anlegt und so einen sicheren Halt gewährleistet. Bei der Materialauswahl sind Haftung und Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Hitze, Abrieb und Chemikalien zentrale Anforderungskriterien, da Kabelkennzeichnungen häufig unter industriellen Bedingungen dauerhaft lesbar bleiben müssen. Auf der Systemseite reicht die Bandbreite von vorgedruckten Markern und beschriftbaren Klebeetiketten bis hin zu vollständigen Drucksystemen, die Etiketten direkt drucken und applizieren. Auch halbautomatische Etikettiersysteme für schwierige Materialien sowie spezialisierte Drucklösungen – als konkretes Produktbeispiel wird ein BradyPrinter A5500 Fahnen genannt – sind in diesem Umfeld dokumentiert. Wer Fahnenetiketten beschafft oder herstellt, muss also nicht nur die Form und den Druckinhalt planen, sondern auch die mechanische und chemische Belastbarkeit des gewählten Folienmaterials sowie die passende Applikationstechnik berücksichtigen. Die Form ermöglicht es, selbst auf engem Raum eine klare, dauerhafte und gut lesbare Kennzeichnung zu realisieren.