Ein Fehletiketten-Sensor (englisch: Missing Label Sensor) ist ein in Etikettier- und Konfektioniermaschinen integrierter Sensor, der die Anwesenheit oder Abwesenheit von Etiketten auf Trägermaterial, Verpackungen oder Produkten überwacht. Erkennt der Sensor ein fehlendes oder falsch platziertes Etikett, gibt er ein Fehlersignal an die Maschinensteuerung aus, die daraufhin gezielt eingreift.
Technisch zählen Fehletiketten-Sensoren zur Gruppe der Präsenz- und Positioniersensoren. Eingesetzt werden unter anderem optische Sensoren, Farbsensoren, Lichtschranken und Kamerasysteme. Die Funktionsweise basiert auf der Auswertung von Kontrast-, Farb-, Helligkeits- oder Strukturdifferenzen zwischen dem Etikett und dem darunter liegenden Untergrund, also etwa der Verpackungsoberfläche oder dem Trägerband. Ein konkretes Beispiel aus der Praxis ist ein Farbsensor, der wenige Millimeter über laufenden Schachteln montiert wird und kontinuierlich prüft, ob ein Etikett vorhanden und korrekt positioniert ist. Die Auswertung erfolgt in einem externen Controller oder direkt in der Maschinensteuerung, die anschließend einen digitalen Schaltausgang für „OK“ oder „NOK“ setzt. Fehlerhaft oder gar nicht etikettierte Packungen werden daraufhin automatisch ausgeschleust und können gezielt nachgearbeitet werden, ohne dass ganze Chargen manuell kontrolliert werden müssen. In erweiterten Systemen übernehmen zusätzlich ID-Lesegeräte und Smart-Kameras die Überprüfung von Barcode-Etiketten auf Lesbarkeit und Datenkonsistenz.
Für den Etikettendruck und die Etikettierpraxis ergibt sich daraus eine direkte Relevanz: Damit ein Fehletiketten-Sensor zuverlässig arbeitet, müssen die verwendeten Etiketten so beschaffen sein, dass sie von der eingesetzten Sensorik sicher erkannt werden. Farbsensoren und Kamerasysteme benötigen einen ausreichenden optischen Kontrast zwischen Etikett und Untergrund. Das betrifft die Materialwahl – Papier, Folie oder Spezialmaterial – ebenso wie Farbe, Oberfläche und Druckbild des Etiketts. Etiketten, die in automatisierten Linien mit Drucken-und-Spenden-Systemen oder Print-and-Apply-Anlagen verarbeitet werden, müssen also nicht nur den Anforderungen an Lesbarkeit und Haftung genügen, sondern auch sensorisch erfassbar sein. Für Hersteller und Betreiber solcher Systeme bedeutet dies, dass die Kombination aus Etikettenmaterial, Druckverfahren und Sensortechnologie von Anfang an aufeinander abgestimmt sein muss. Käufer von Industrieetiketten profitieren davon, wenn Etiketten so ausgelegt sind, dass sie zuverlässig detektiert werden können, da dies die Prozesssicherheit erhöht, Kennzeichnungspflichten absichert und die Rückverfolgbarkeit im gesamten Kennzeichnungsprozess unterstützt.