Gestrichenes Papier ist ein Papier, dessen Oberfläche mit einem pigmentierten Bindemittelauftrag – dem sogenannten Strich – veredelt wird. Dieser Strich besteht typischerweise aus Pigmenten und Füllstoffen wie Kreide, Kaolin oder Kalziumcarbonat, die gemeinsam mit Bindemitteln auf das Rohpapier aufgetragen werden. Das Ergebnis ist eine geschlossene, glattere und stabilere Oberfläche, die sich grundlegend von ungestrichenem Papier unterscheidet.
Die Herstellung erfolgt, indem die Streichfarbe mit Walzen oder Bürsten auf das Rohpapier aufgetragen und anschließend in einem Kalander – einem System aus mehreren beheizten Walzen – geglättet und getrocknet wird. Je nach gewünschtem Erscheinungsbild werden ein oder mehrere Strichschichten aufgebracht, woraus sich unterschiedliche Glanzgrade ergeben: matt, halbmatt beziehungsweise seidenmatt, glänzend und gussgestrichen. Bei gussgestrichenem Papier erzeugt ein heißer Chromzylinder im sogenannten Gussstreichverfahren eine besonders ebene, hochglänzende Oberfläche, die optisch an Kunststoff erinnert und als sehr hochwertig gilt.
Für den Etikettendruck ist gestrichenes Papier aus mehreren Gründen relevant. Die geschlossene Oberfläche ermöglicht feinere Druckraster, hohe Detailwiedergabe und intensive Farben – Eigenschaften, die bei bildstarken oder anspruchsvollen Etiketten entscheidend sind. Besonders im Thermotransferdruck gilt die Faustregel: je glatter die Oberfläche, desto besser die Druckergebnisse. Gestrichenes Papier eignet sich daher sehr gut für dieses Verfahren. Darüber hinaus ist gestrichenes Papier eine Voraussetzung für Lackierungen nach dem Druck, da Lack auf ungestrichenem Papier in die Oberfläche einsickern und seine Schutz- oder Glanzwirkung verlieren würde. Auch Heißfolienprägung und Kaltfoliendruck sind auf gestrichenem Etikettenpapier möglich.
Typische Einsatzbereiche sind Logistik, Industrie und Verpackungskennzeichnung. Käufer und Hersteller sollten dabei beachten, dass Papieretiketten aus gestrichenem Material nicht für den Außeneinsatz geeignet sind und eine Temperaturbeständigkeit von etwa bis zu 80 °C aufweisen. Ein weiterer praktischer Aspekt: Die geschlossene Strichoberfläche macht das nachträgliche Beschriften mit Kugelschreiber oder Bleistift schwieriger, da Farben und Tinten nicht wie bei ungestrichenem Papier in die Oberfläche eindringen. Die Wahl zwischen gestrichenem und ungestrichenem Etikettenpapier beeinflusst somit Druckbild, Haptik, Weiterverarbeitbarkeit und letztlich das Kosten-Nutzen-Verhältnis – mit einem klaren Qualitätsvorteil des gestrichenen Papiers überall dort, wo Farbintensität und Detailtreue im Vordergrund stehen.