GS1 DataBar

GS1 DataBar ist ein linearer Strichcode, der von GS1 definiert wurde und neben der Global Trade Item Number (GTIN) auch zusätzliche Produktinformationen über sogenannte Application Identifiers (AI) verschlüsseln kann. Die Norm ISO/IEC 24724 bildet den technischen Rahmen für diese Barcode-Familie. Im Unterschied zum klassischen EAN-Barcode ermöglicht GS1 DataBar die Darstellung mehrerer Datenelemente – etwa Gewicht oder Mindesthaltbarkeitsdatum – auf vergleichsweise kleinem Raum.

Technisch gesehen handelt es sich bei GS1 DataBar nicht um einen einzelnen Code, sondern um eine Familie verschiedener Varianten, die sich in Aufbau, Datenmenge und Lesbarkeit unterscheiden. Gemeinsam ist allen Varianten, dass die Daten über Datenbezeichner – die Application Identifiers – strukturiert und codiert werden. Dadurch können mehrere Informationstypen innerhalb eines einzigen Symbols untergebracht werden. GS1 DataBar ist lage- und richtungsunabhängig lesbar und für den Einsatz am Point of Sale (POS) ausgelegt. Für die meisten Varianten genügen handelsübliche POS-Scanner; bestimmte Ausprägungen, die über den Standardumfang hinausgehen, erfordern jedoch Handscanner oder 2D-Imager, die nicht an jeder Kasse vorhanden sind. Diese Scanner-Kompatibilität ist ein wesentlicher praktischer Faktor bei der Wahl der richtigen Variante.

Für den Etikettendruck ist GS1 DataBar besonders dort relevant, wo der Platz auf einem Etikett begrenzt ist oder wo ein klassischer EAN-Barcode schlicht nicht genug Daten aufnehmen kann. Typische Anwendungsfelder sind gewichtsvariable Waren wie Obst oder Käse sowie Frischeprodukte allgemein – also Produktgruppen, bei denen neben der GTIN auch das tatsächliche Gewicht oder das Haltbarkeitsdatum maschinenlesbar auf dem Etikett stehen müssen. GS1 Germany hebt hervor, dass GS1 DataBar damit Lücken im Warenscanning schließt und Produkte kennzeichenbar macht, die bislang nur eingeschränkt oder gar nicht mit Barcodes versehen werden konnten. Daneben wird der Code auch für Gutscheine eingesetzt, die über eine Global Coupon Number (GCN) identifiziert werden.

Für Etikettenentwickler und -einkäufer bedeutet das konkret: Die Wahl der GS1-DataBar-Variante beeinflusst direkt, wie viel Information auf einem Etikett untergebracht werden kann, welche Lesegeräte an der Kasse eingesetzt werden müssen und wie das Etikett in das jeweilige Systemumfeld eingebunden ist. Wer Etiketten für kleine oder gewichtsvariable Produkte produziert oder beschafft, sollte die Variantenauswahl frühzeitig mit den Anforderungen des POS-Systems abgleichen, um Lesefehler oder Inkompatibilitäten im Handel zu vermeiden. Die Datenformatierung vor dem Codieren stellt dabei eine eigene Systemanforderung dar, die in der Drucksoftware korrekt abgebildet sein muss.