Heat-set Web Offset – im Deutschen als Heatset-Rollenoffset bezeichnet – ist ein Rollenoffsetdruckverfahren, bei dem eine Endlospapierbahn bedruckt und die Druckfarbe anschließend durch einen Heißlufttrockner bei Temperaturen um 250 °C fixiert wird. Direkt nach dem Trockner durchläuft die Bahn ein Kühlwalzenaggregat, das sie rasch auf etwa 20–30 °C herunterkühlt, wodurch die Farbe aushärtet und den charakteristischen Heatset-Glanz erhält. Das Verfahren ist damit klar abzugrenzen von Cold-set-Verfahren, bei denen keine aktive thermische Trocknung stattfindet.
Technisch besteht eine Heatset-Rollenoffsetanlage aus mehreren Offsetdruckwerken – typischerweise für beidseitigen Vierfarbdruck – gefolgt von einem Heißluftofen und einer Kühlstrecke. Die eingesetzten Heatset-Offsetdruckfarben trocknen nicht durch Oxidation, sondern durch Verdampfung der enthaltenen Mineralöle und Lösungsmittel bei hoher Temperatur; die zurückbleibenden Harze härten beim schnellen Abkühlen aus. Nach der Kühlstrecke wird üblicherweise eine Wasser-Silikon-Mischung aufgetragen: Das Wasser rehydriert das durch den Trockner stark ausgetrocknete Papier, das Silikon verbessert die Kratzfestigkeit der Oberfläche. Da dem Papier im Ofen erheblich Feuchtigkeit entzogen wird, schrumpft die Bahn während des Prozesses leicht und dehnt sich nach der Weiterverarbeitung beim Rückfeuchten um etwa 1 mm wieder aus – ein Effekt, der bei engen Maßtoleranzen berücksichtigt werden muss. Die Druckgeschwindigkeiten erreichen bis zu 55.000 Sektionen pro Stunde, was das Verfahren für sehr hohe Auflagen prädestiniert. Für den Betrieb geeignet sind ausschließlich speziell ausgerüstete Rollenpapiere, die hohe Temperaturbelastung, Feuchtigkeitsverlust und mögliche Blasenbildung tolerieren – überwiegend gestrichene Papiere, wie sie auch für Kataloge und Magazine eingesetzt werden.
Für den Etikettendruck ist Heatset-Rollenoffset dort relevant, wo papierbasierte Substrate in Rollenform mit hoher Auflage und hochwertiger Farbbrillanz gefragt sind. Da die Bahn inline weiterverarbeitet werden kann – etwa durch Schneiden oder Perforieren – lassen sich Etiketten in einem durchgehenden Produktionsprozess herstellen. Die erzielte Druckqualität auf gestrichenen Papieren ist hoch, die Farbstabilität ist über normierte Farbreihen, unter anderem nach ISO 2846-1, qualitätsgesichert. Für Etikettenbesteller bedeutet das: Heatset-Rollenoffset liefert glänzende, farbbrillante Druckbilder bei wirtschaftlich attraktiven Stückkosten in der Massenproduktion – setzt aber papierbasierte, hitzebeständige Materialien voraus und ist für Kleinstauflagen oder Foliensubstrate nicht geeignet. Etikettendruckereien müssen zudem den erheblichen Energie- und Investitionsaufwand für Trockner, Kühlstrecke und Wärmerückgewinnungsanlagen einkalkulieren, die aufgrund strenger werdender Umweltauflagen bei modernen Anlagen standardmäßig integriert sind.