INCI steht für „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“ und bezeichnet eine verbindliche, international abgestimmte Nomenklatur zur Benennung der Inhaltsstoffe kosmetischer Mittel. Das System wurde Anfang der 1970er Jahre unter anderem von der Cosmetic, Toiletry and Fragrance Association (CTFA) entwickelt und umfasst heute rund 20.000 Inhaltsstoffe. Jede INCI-Bezeichnung ist der standardisierte Name eines Stoffes, der als Bestandteil eines kosmetischen Produkts eingesetzt werden kann.
Die INCI-Namen sind überwiegend englischsprachige Kurzformen chemischer Bezeichnungen; pflanzliche Stoffe werden nach dem lateinischen botanischen Namen gemäß Linné benannt. Alle in einem Kosmetikprodukt enthaltenen Verbindungen – von Wachsen und Ölen über Konservierungsmittel bis zu Pigmenten und Aromastoffen – müssen auf der Verpackung mit ihrem offiziellen INCI-Namen aufgeführt werden. Die Reihenfolge richtet sich nach dem Gewichtsanteil im fertigen Produkt, beginnend mit dem höchsten Anteil. Inhaltsstoffe mit weniger als einem Prozent Anteil dürfen am Ende der Liste in beliebiger Reihenfolge stehen. Farbstoffe werden nicht über INCI-Namen, sondern über ihre Colour-Index-Nummer (CI gefolgt von einer fünfstelligen Zahl) angegeben, während Duftstoffgemische als Sammelbegriff „Parfum“ geführt werden dürfen. Als Rechtsgrundlage gilt in der EU die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009, die die INCI-Deklaration seit 1997 verbindlich vorschreibt. Vergleichbare Anforderungen bestehen in den USA, Kanada, China und Japan.
Für den Etikettendruck ist INCI kein Druckverfahren und keine Materialspezifikation, sondern ein verpflichtender Inhaltsstandard, der unmittelbar bestimmt, was auf einem Kosmetiketikett stehen muss. Dieser Standard hat konkrete Auswirkungen auf die Etikettengestaltung und -produktion: Die vollständige INCI-Liste muss in ausreichender Schriftgröße und Lesbarkeit auf dem verfügbaren Etikett oder der Umverpackung untergebracht werden. Da botanische Inhaltsstoffe oft lange lateinische Bezeichnungen tragen und die Liste je nach Produktkomplexität erheblichen Umfang erreichen kann, beeinflusst die INCI-Deklaration den Platzbedarf auf dem Etikett, das Layoutkonzept und mittelbar auch die Wahl von Etikettenformat und Trägermaterial. Etikettengestalter und Druckdienstleister müssen diese inhaltlichen Anforderungen bereits in der Vorstufe berücksichtigen, um Rechtskonformität sicherzustellen. Die korrekte Übernahme der INCI-Namen – etwa aus der CosIng-Datenbank der Europäischen Kommission – ist dabei Voraussetzung, bevor ein Etikett in den Druck geht. Für Hersteller, Markeninhaber und Verbraucher schafft die standardisierte Nomenklatur internationale Einheitlichkeit und ermöglicht es insbesondere Allergikern, Inhaltsstoffe gezielt zu identifizieren.