Inkjetpapier bezeichnet im Etikettendruck ein papierbasiertes Obermaterial für Haftetiketten, das speziell für den Tintenstrahldruck ausgelegt ist. Als Bestandteil des klassischen Etikettenaufbaus – bestehend aus Obermaterial, Klebstoff und Trägermaterial – übernimmt das Inkjetpapier die Funktion der bedruckbaren Außenschicht.
Der Tintenstrahldruck, dem Inkjetpapier seinen Namen verdankt, ist ein tintenbasiertes No-Impact-Verfahren: Mikroskopisch kleine Tintentröpfchen werden durch feine Düsen auf das Material aufgebracht, ohne dass der Druckkopf das Papier direkt berührt. Im Etikettendruck wird dieses Verfahren als digitale Druckmethode eingesetzt und ermöglicht unter anderem den Druck variabler Daten und Barcodes. Technisch unterscheidet man zwischen Continuous-Inkjetdruck und Drop-On-Demand-Druck. Je nach Anforderung kommen wasserbasierende Tinten, lösemittelbasierende Tinten oder Pigmenttinten zum Einsatz. Inkjetdrucker arbeiten nach dem CMYK-Farbmodell. Die Oberflächenbeschaffenheit des Inkjetpapiers ist dabei entscheidend, da sie die Tintenaufnahme direkt beeinflusst; aufgebrachte Tinten können je nach Ausführung feuchtigkeits- und UV-beständig sein.
Für den Etikettendruck ist Inkjetpapier aus mehreren Gründen praxisrelevant. Etiketten dienen der Kennzeichnung von Produktdetails, Herstellerangaben, Preisen sowie variablen Informationen – Anforderungen, die der Inkjetdruck als Digitaldruckverfahren flexibel erfüllen kann. Inkjetpapier wird auf Etikettendruckern sowie Inhouse-Farbetikettendruckern verarbeitet. Dabei gilt grundsätzlich: Das Etikettenmaterial muss zur eingesetzten Drucktechnologie passen, da für Tintenstrahldrucker ausgelegte Etiketten nicht ohne Weiteres mit anderen Druckverfahren wie Thermotransfer-, Thermodirekt-, Flexo-, Offset- oder Siebdruck verarbeitet werden können.
Für Käufer und Anwender ergeben sich daraus konkrete Anforderungen an Auswahl und Handhabung. Die Bedruckbarkeit von Inkjetpapier hängt wesentlich von Lagerung und Klimabedingungen ab: Empfohlen werden eine Temperatur von 20 bis 23 °C sowie eine relative Luftfeuchte von 50 bis 55 Prozent; zudem sollte das Material vor dem Druck akklimatisiert werden. In der Verarbeitung sind außerdem der korrekt eingestellte Druckertreiber und die passende Medienzuführung am Drucker zu beachten. Wer Inkjetpapier-Etiketten einsetzt, sollte sicherstellen, dass diese nicht versehentlich als falsche Medienkategorie im Druckersystem hinterlegt sind. Eine spezifische, allgemein anerkannte Norm für den Begriff Inkjetpapier selbst existiert in den einschlägigen Quellen nicht; im Etikettenumfeld sind jedoch Normen wie die DIN 16526 für Druckfarben-Kennzeichnungseigenschaften relevant.