LED-UV-Flexodruck bezeichnet ein Flexodruckverfahren, bei dem UV-härtende Farben eingesetzt und durch LED-basierte UV-Strahler ausgehärtet werden. Die Farbchemie ist dabei speziell auf das Strahlungsspektrum von LED-UV-Licht abgestimmt, sodass eine vollständige Aushärtung auch bei geringerer Energiedichte im Vergleich zu konventionellen Quecksilberdampflampen erreicht wird.
Technisch basiert das Verfahren auf dem Hochdruckprinzip des Flexodrucks: Flexible Fotopolymerplatten auf rotierenden Zylindern übertragen die Farbe direkt auf das Substrat. Die aufgebrachten UV-Farben härten unmittelbar nach dem Auftrag unter den LED-UV-Strahlern schlagartig aus, ohne dass eine thermische Trocknung erforderlich ist. Moderne Schmalbahn-Etikettendruckmaschinen sind häufig mit solchen LED-UV-Härtungssystemen ausgestattet. Gegenüber konventionellen UV-Systemen mit Quecksilberdampflampen bieten LED-Lichtquellen einen um 60 Prozent und mehr reduzierten Energieverbrauch. Zudem entsteht bei der LED-UV-Härtung kein Ozon, wodurch aufwendige Absauganlagen entfallen können, was sowohl die Anlagentechnik vereinfacht als auch Betriebskosten senkt.
Für den Etikettendruck ist LED-UV-Flexodruck aus mehreren Gründen von praktischer Bedeutung. Das Verfahren ist im Schmalbahndruck eines der meistgenutzten Standardverfahren und eignet sich für ein breites Substratspektrum: Kunststofffolien, Papier, Karton, Aluminium und Laminate lassen sich damit bedrucken. Besonders relevant ist die reduzierte thermische Belastung des Substrats durch LED-UV-Strahler gegenüber herkömmlichen UV-Lampen, da dünn- und hitzeempfindliche Folien – typische Trägermaterialien für Selbstklebe-, Shrink- oder Wrap-around-Etiketten – durch übermäßige Wärme beschädigt werden können. Die sofortige Aushärtung nach dem Druckvorgang ermöglicht eine schnelle Weiterverarbeitung, was den Produktionsdurchsatz erhöht und kurze Lieferzeiten begünstigt. UV-gehärtete Flexodrucketiketten weisen zudem hohe mechanische und chemische Beständigkeit sowie ausgeprägte Farbbrillanz und Glanz auf, was sie für anspruchsvolle Anwendungen in der Industrie-, Logistik- und Konsumgüterkennzeichnung qualifiziert.
Für Einkäufer von Etiketten bedeutet dies: LED-UV-Flexodruck-Etiketten vereinen hohe Druckqualität mit Substratstabilität und entstammen einem Prozess mit günstigerer Energiebilanz beim Hersteller. Letzteres kann für Unternehmen relevant sein, die eigene Umwelt- oder Nachhaltigkeitsziele im Lieferantenmanagement berücksichtigen. Für den Einsatz bei Lebensmittelverpackungen sind ergänzende Anforderungen an die Farbmigration zu beachten, da das Verfahren in den Quellen explizit für den Non-Food-Bereich beschrieben wird.