Die Leporellofalzung ist eine spezielle Form der Parallelfalzung im Druckwesen, bei der zwei oder mehr Teile eines Falzbogens abwechselnd in entgegengesetzte Richtungen gefalzt werden. Das Ergebnis ist eine Zickzack- oder Z-förmige Struktur, die an eine Ziehharmonika erinnert. Im Unterschied zu einer einfachen Faltung verlaufen alle Falze parallel zueinander, wobei sich jedes Segment wechselweise vor- und rückwärts legt.
Im Etikettendruck bezeichnet „Leporello“ konkret Haftetiketten oder Etikettenbahnen, die in dieser Zickzack-Struktur gestapelt vorliegen, anstatt auf einer Rolle aufgewickelt zu sein. Die einzelnen Segmente der Etikettenbahn werden dabei wechselseitig gefalzt, sodass ein geordneter, flacher Stapel entsteht. An den Nahtstellen zwischen den Segmenten wird die Bahn häufig perforiert, um das spätere Trennen der einzelnen Etiketten zu erleichtern. Als Materialien kommen Papier, Karton sowie Papier- oder Folienbahnen zum Einsatz – jeweils in Kombination mit dem üblichen Trägermaterial für Haftetiketten.
Für den Etikettendruck ergibt sich aus dieser Konfektionierungsform eine praxisrelevante Alternative zur klassischen Rollenware. Leporello-Etiketten werden insbesondere dann eingesetzt, wenn große Mengen vorab bedruckt werden sollen oder wenn auf engem Raum möglichst viele Informationen untergebracht werden müssen. In geeigneten Etikettendruckern ermöglicht die Leporello-Zufuhr einen gleichmäßigen Einzug der Etikettenbahn, was vor allem beim Bedrucken großer Volumen vorteilhaft ist. Da sich die Bahn nach dem Druck wieder ordentlich in der Zickzack-Struktur zusammenlegt, bleibt die Ware flach und stapelbar – ein konkreter Vorteil gegenüber Rollenware, die dazu neigt, sich aufzurollen und damit schwieriger zu lagern oder weiterzuverarbeiten ist.
Aus Käufer- und Herstellersicht bietet die Leporellofalzung damit mehrere praktische Vorteile: Die kompakte, flache Lagerform erleichtert die Handhabung und den Transport, während die geordnete Stapelstruktur eine präzise Weiterverarbeitung unterstützt. Wer regelmäßig große Mengen an Etiketten druckt oder verarbeitet, profitiert zudem von der effizienten Zuführung, die diese Konfektionierungsform in entsprechenden Drucksystemen ermöglicht. Konkrete Normen oder Standards zur Leporellofalzung im Etikettenbereich sind in der Fachliteratur nicht definiert; die Falztechnik selbst ist jedoch ein etabliertes Verfahren innerhalb der Druckweiterverarbeitung.