Lösungsmittelbeständige Transferfolie

Eine lösungsmittelbeständige Transferfolie im Thermotransferdruck ist keine eigenständige Normbezeichnung, sondern bezeichnet eine harzbasierte Thermotransferfolie, deren auf das Etikett übertragenes Druckbild gegenüber Lösungsmitteln wie Alkohol oder Benzin wisch- und kratzfest bleibt. Technisch handelt es sich um ein Thermotransferband mit einer Harz- oder harzreichen Farbschicht, das speziell für Anwendungen mit erhöhten chemischen Anforderungen ausgelegt ist. Der Begriff ist damit eine funktionale Beschreibung einer bestimmten Qualitätsstufe innerhalb der Thermotransferfolien.

Der strukturelle Aufbau einer solchen Folie folgt dem üblichen Schema: Ein Polyester-Trägerfilm von etwa 4,5 µm Stärke trägt auf einer Seite die Harz-Farbschicht und auf der Rückseite ein Backcoating zum Schutz des Thermodruckkopfs. Im Druckprozess wird die Folie synchron mit dem Etikettenband unter dem Thermodruckkopf hindurchgeführt. Dessen Heizelemente schmelzen die Farbschicht punktuell auf, wodurch die Farbe auf das Etikettenmaterial übertragen wird und dort aushärtet. Harz-Farbbänder erfordern dabei im Vergleich zu Wachs- oder Wachs-Harz-Farbbändern eine höhere Druckenergie, weshalb der eingesetzte Thermotransferdrucker entsprechend konfiguriert sein muss. Zudem sind Rollenkerndurchmesser und Wicklungsrichtung druckerspezifisch zu wählen.

Für den Etikettendruck ist die Unterscheidung zwischen den Folienqualitäten Wachs, Wachs-Harz und Harz entscheidend, wenn es um die Beständigkeit des Druckbilds geht. Wachs-Farbbänder eignen sich für Papieretiketten mit geringen Anforderungen, Wachs-Harz-Farbbänder bieten bereits erhöhte Wisch- und Kratzfestigkeit. Erst Harz-Farbbänder und speziell Harz-Spezialqualitäten liefern jene chemische Beständigkeit, bei der Lösungsmittel, Benzin oder Alkohol dem Druckbild nichts anhaben können. Solche Folien kommen überall dort zum Einsatz, wo Etiketten Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln und anderen Chemikalien ausgesetzt sind, etwa in der Chemiebranche, im Labor, in der Automobilindustrie oder im medizinischen Bereich. Harz-Farbbänder erreichen ihre optimale Deckkraft und Haltbarkeit insbesondere auf glatten Kunststoffoberflächen wie PE-, PP- oder PET-Etiketten.

Für Hersteller und Anwender von Etiketten hat die Wahl der richtigen Folienqualität direkte praktische Konsequenzen. Die Thermotransferfolie und das Etikettenmaterial müssen aufeinander abgestimmt sein, um die gewünschte Beständigkeit zu erzielen. Hochwertige Harz-Folien sind kostenintensiver als Wachs-Varianten, liefern aber für industrielle Anwendungen wie Seriennummernetiketten, Typenschilder oder Barcodes die notwendige Langlebigkeit. Käufer müssen neben der chemischen Eignung stets auch die Kompatibilität der Folienrolle hinsichtlich Breite, Länge, Kern und Wicklung mit ihrem Thermotransferdrucker prüfen.