M0 ist eine Messbedingung aus dem Bereich der Farbmessung und des Farbmanagements, die festlegt, unter welchen Beleuchtungsbedingungen ein Farbmesswert erfasst wird. Als Teil eines genormten Systems von Messbedingungen – zu denen auch M1, M2 und M3 zählen – beschreibt M0 eine Messung ohne definierte Einschränkung des UV-Anteils im Messlicht. Die genaue technische Spezifikation von M0 im spezifischen Kontext des Etikettendrucks lässt sich auf Basis der vorliegenden Quellen nicht abschließend belegen.
Was sich hingegen belegen lässt: Farbmanagement im Etikettendruck ist die systematische Anpassung von Farbräumen zwischen allen Stationen der Produktionskette – von der Druckvorstufe über die Druckerei bis zum fertigen Etikett. Grundlage dieses Prozesses sind ICC-Profile und ICC-Normen, die sicherstellen sollen, dass Farben auf verschiedenen Geräten und Substraten möglichst konsistent wiedergegeben werden. Für diesen Prozess kommen Testinstrumente, spezialisierte Software und regelmäßige Wartung der eingesetzten Systeme zum Einsatz. Messbedingungen wie M0 sind in diesem Zusammenhang relevant, weil die Art der Beleuchtung beim Messen direkten Einfluss darauf hat, welche Farbwerte ein Messgerät erfasst – und damit, ob zwei unterschiedliche Druckbetriebe oder Produktionsläufe als farblich übereinstimmend bewertet werden.
Für den Etikettendruck ist das keine abstrakte Frage. Etiketten werden auf einer Vielzahl unterschiedlicher Substrate gedruckt – darunter Materialien mit optischen Aufhellern, die unter UV-Licht besonders stark fluoreszieren. Wird bei der Farbmessung nicht kontrolliert, wie viel UV-Anteil im Messlicht enthalten ist, können identisch wirkende Druckergebnisse bei der Messung voneinander abweichen oder umgekehrt unterschiedliche Drucke als gleich ausgewiesen werden. Genau hier greift die Unterscheidung zwischen verschiedenen Messbedingungen. Ziel des gesamten Farbmanagementsystems – unabhängig davon, welche Messbedingung konkret zum Einsatz kommt – ist eine reproduzierbare Farbwiedergabe und die verlässliche Einhaltung von Farbstandards über Produktionsläufe, Druckverfahren und Lieferantengrenzen hinweg. Für Hersteller bedeutet das: Ohne klar definierte Messbedingungen lässt sich Farbkonsistenz nicht zuverlässig prüfen. Für Käufer von Etiketten bedeutet es, dass verbindliche Farbvorgaben nur dann sinnvoll kommuniziert werden können, wenn beide Seiten dieselbe Mess- und Bewertungsgrundlage verwenden.