Mehrweg bezeichnet im Kontext des Etikettendrucks Etiketten, die für den Einsatz auf Mehrwegverpackungen ausgelegt sind – also auf Verpackungen, die nach Gebrauch zurückgegeben, gereinigt und erneut für denselben Zweck verwendet werden. Der Begriff umfasst dabei drei untrennbar verbundene Aspekte: die Mehrwegverpackung selbst, die spezifische Eignung des Etiketts für Mehrfachnutzung und Reinigung sowie die Kennzeichnung der Verpackung als Mehrweg.
Im praktischen Einsatz stellt der Mehrwegbereich – vor allem bei Getränkeflaschen aus Glas – besondere Anforderungen an Etiketten. Der entscheidende Prozessschritt ist die Flaschenreinigung: In industriellen Waschmaschinen werden die Flaschen in Laugenbädern gereinigt, wobei sich die Etiketten vollständig und rückstandsfrei ablösen müssen. Dafür schreibt die Standardleistungsbeschreibung für Getränkeflaschen-Etiketten aus Papier den Einsatz hochnassfester Etikettenpapiere vor. Die Ablösbarkeit wird nach ISO 12632 unter normierten Bedingungen geprüft; als praxistauglich gilt ein Etikett, wenn es sich unter diesen Bedingungen innerhalb von weniger als 240 Sekunden löst. Eine Alternative bilden wasserlösliche Etiketten, die auf speziellen Klebstoffen und Papieren basieren und sich im Wasserbad rückstandsfrei ablösen lassen. Diese werden explizit als geeignete Lösung für Mehrwegglasflaschen vermarktet.
Für den Etikettendruck ergibt sich daraus ein klar definiertes Anforderungsprofil. Die Papierqualität muss hochnassfest und mechanisch widerstandsfähig sein, damit das Etikett während des Umlaufs sicher haftet. Das Klebstoffsystem muss den scheinbar widersprüchlichen Anforderungen gerecht werden: fester Halt im Gebrauch, aber sichere Ablösbarkeit in der Waschlauge. Druckfarben und Veredelungen müssen den Waschprozess überstehen, ohne das Waschwasser zu verunreinigen. Diese Kombination aus Material, Klebstoff und Druck ist damit eine wesentliche Grundlage für die Funktionsfähigkeit des gesamten Mehrwegsystems.
Hinzu kommt die Kennzeichnungspflicht: Pfandpflichtige Mehrwegflaschen müssen mit dem Schriftzeichen „MEHRWEG“ gekennzeichnet werden, mindestens in der Schriftgröße der jeweiligen Preisauszeichnung und in unmittelbarer Nähe des Produkts. Das Mehrwegzeichen der Arbeitsgemeinschaft Mehrweg findet sich überwiegend auf den Etiketten der Verpackung. Etiketten übernehmen hier also nicht nur eine funktionale, sondern auch eine informative und rechtlich relevante Rolle. Für Etikettenhersteller und Abfüller bedeutet „Mehrweg“ damit eine klare Vorgabe: Material, Klebstoff, Druck und Kennzeichnung müssen aufeinander abgestimmt sein, um technische Normvorgaben, Reinigungsprozesse und Informationspflichten gleichermaßen zu erfüllen.