PGDQ2 und PGDQ8 sind UL-Kategorien für fertig verarbeitete, bedruckte Etikettensysteme, die als komplette Einheit vom Hersteller zertifiziert werden. PGDQ2 gilt für den US-amerikanischen Markt, PGDQ8 für Kanada. Beide Kategorien sind Teil des UL-Programms „Marking and Labeling Systems“ nach der Norm UL 969, die technische Anforderungen an Kennzeichnungs- und Beschriftungssysteme regelt.
Das entscheidende Merkmal dieser Kategorien ist, dass das Etikett beim Endanwender nicht mehr bedruckt wird. Stattdessen wird das gesamte System – bestehend aus Grundmaterial, Klebstoff, Oberflächenschutz oder Laminat sowie dem Druckprozess einschließlich der verwendeten Druckfarben – gemeinsam von UL geprüft und zugelassen. Diese Prüfungen umfassen unter anderem die Haftung der Beschriftung, Temperaturbeständigkeit, mechanische Festigkeit, chemische Resistenz sowie UV- und Witterungsbeständigkeit. Ziel ist der Nachweis, dass die Kennzeichnung über die gesamte Lebensdauer des damit gekennzeichneten Produkts lesbar bleibt. Ein zertifizierter Etikettenlieferant hält seine zugelassenen Materialien und Prozesse in einer UL-File-Nummer dokumentiert; ausschließlich diese freigegebenen Komponenten dürfen zur Herstellung von PGDQ2/8-Etiketten eingesetzt werden. Jede Änderung – etwa ein anderes Folienmaterial oder ein anderer Klebstoff – erfordert eine erneute Bewertung durch UL.
Für den Etikettendruck und die industrielle Kennzeichnung sind PGDQ2/8 vor allem dann relevant, wenn fertige Warn- und Hinweisschilder, Typenschilder oder sicherheitsrelevante Aufkleber für Maschinen und Anlagen benötigt werden, die in die USA oder nach Kanada exportiert werden. Da UL-konforme Kennzeichnung auf diesen Märkten gefordert ist, ermöglicht der Rückgriff auf ein bereits zertifiziertes PGDQ2/8-System dem Maschinenbauer oder Gerätehersteller, die entsprechenden Anforderungen zu erfüllen, ohne eigene Material- und Drucktests bei UL durchführen zu müssen. Die Etiketten werden vom Hersteller fertig produziert und beim Endanwender lediglich appliziert.
Wer dagegen variable Daten wie Seriennummern oder individuelle Angaben selbst aufdrucken möchte, benötigt Materialien der Kategorie PGJI2 (USA) bzw. PGJI8 (Kanada), die für die Eigenbedruckung durch den Anwender – etwa per Thermotransfer oder Laser – ausgelegt sind. PGDQ2/8 ist explizit für Szenarien konzipiert, in denen das Etikett vollständig fertig geliefert wird und keine weitere Bedruckung stattfindet. Diese klare Abgrenzung ist bei der Planung eines UL-konformen Kennzeichnungskonzepts ein zentrales Auswahlkriterium.