Pharmacode

Pharmacode ist ein eindimensionaler Strichcode, der 1974 vom Unternehmen Laetus entwickelt wurde und ausschließlich in der pharmazeutischen Industrie zur Packmittel- und Verpackungskontrolle eingesetzt wird. Er codiert ganzzahlige Werte zwischen 3 und 131.070 binär mithilfe einer Folge aus dünnen und dicken parallelen Balken und wird deshalb auch als pharmazeutischer Binärcode bezeichnet. Anders als bei vielen anderen Barcode-Typen sind keine Start- oder Stoppzeichen erforderlich.

Das Codierprinzip basiert darauf, dass unterschiedliche Balkenbreiten bestimmten Potenzen von 2 zugeordnet werden; die Auswertung erfolgt von rechts nach links. Ein technischer Vorzug des Pharmacodes ist seine hohe Fehlertoleranz: Der Code bleibt auch bei schlechter Druckqualität oder partieller Beschädigung zuverlässig lesbar, was ihn für automatisierte Hochgeschwindigkeitslinien prädestiniert. Gelesen wird er typischerweise mit Laserscannern oder Kamerasystemen, wobei der Code technisch auch kopfüber gescannt werden kann. Im Gegensatz zu Identifikationssystemen wie der deutschen PZN oder dem Schweizer Pharmacode – beides Artikelnummern, die mit anderen Symbologien dargestellt werden – dient der Laetus-Pharmacode ausschließlich der internen Prozesskontrolle und nicht der externen Produktidentifikation im Handel.

Für den Etikettendruck ist der Pharmacode in mehrfacher Hinsicht unmittelbar relevant. Auf pharmazeutischen Etiketten stellt er sicher, dass in automatisierten Verpackungslinien das jeweils korrekte Etikett an der richtigen Position eingesetzt wird – eine Fehlzuordnung kann Produktrückrufe und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der Code findet sich dabei nicht nur auf Etiketten, sondern auch auf Faltschachteln, Beipackzetteln, Tuben und Verpackungsfolien. Bei Tuben dient er zusätzlich als Ausrichtungsmarke in der Abfüllmaschine. Eine Besonderheit gegenüber klassischen Barcodes besteht darin, dass Teile des Pharmacodes in verschiedenen Farben gedruckt werden dürfen; dies erfordert jedoch Kamerasysteme, die auf die verwendeten Farben abgestimmt sind.

Für Etikettenhersteller und Druckdienstleister bedeutet das konkret: Der Pharmacode muss maßhaltig und kontrastreich reproduziert werden, damit die Kamerasysteme auf der Verpackungslinie ihn zuverlässig erfassen. Gedruckt wird er mit den im Pharmaumfeld üblichen Verfahren, darunter Flexo- und Buchdruck für Rollenetiketten sowie Offsetdruck für Faltschachteln und Beipackzettel. Die Nummernvergabe obliegt dem jeweiligen Pharmaunternehmen; eine zentrale Datenbank existiert nicht. Wer Etiketten für den Pharmabereich beschafft oder produziert, muss den korrekten Pharmacode-Wert, die vorgeschriebene Position und die geforderte Lesbarkeit als feste Bestandteile der Druckspezifikation behandeln.