Ein Reflexsensor ist ein optischer Sensor, der Licht aussendet und die vom Material zurückgeworfene Lichtmenge misst. Im Etikettendruck dient er dazu, Markierungen oder Kontraste auf der Etikettierbahn zu erkennen und daraus ein Schaltsignal zur genauen Positionsbestimmung von Etiketten zu erzeugen. Er steuert damit den Etikettenvorschub sowie die Druck- und Spendeposition innerhalb des Systems.
Technisch arbeitet der Reflexsensor über den Kontrast zwischen markierten und unmarkierten Bereichen eines Etiketts oder Trägermaterials. Eine Lichtquelle richtet ihren Strahl auf das durchlaufende Material, und der Sensor misst die Intensität des zurückreflektierten Lichts. Trifft der Strahl auf eine dunkle Markierung – etwa eine schwarze Linie auf der Rückseite der Etikettenbahn, auch als „Black Mark“ bezeichnet –, wird weniger Licht zurückgeworfen, da dunkle Flächen Licht absorbieren. Diese Intensitätsänderung erkennt der Sensor als Signal für den Beginn des nächsten Etiketts. In industriellen Etikettendruck- und Spendesystemen wie dem NOVEXX/Avery ALX73x kann ein Reflexsensor oben oder unten im Druckmodul eingebaut sein. Er ist im Materialweg positioniert und tastet die Etikettenbahn während des Durchlaufs kontinuierlich ab.
Für den Etikettendruck ist der Reflexsensor aus mehreren Gründen von direkter praktischer Bedeutung. Erstens ermöglicht er die Verarbeitung transparenter Etiketten, die für Lichtschrankensensoren mit Gabelprinzip schwer erkennbar sind. Solche Etiketten müssen jedoch mit sogenannten Reflexmarken auf der Ober- oder Unterseite ausgestattet sein, damit der Sensor überhaupt ein verwertbares Signal erhält. Die Lage der Marke muss dabei zur Einbaulage des Sensors im Gerät passen. Zweitens ist bei der Black-Mark-Erkennung die korrekte Platzierung der schwarzen Markierung auf der Materialrückseite entscheidend für eine präzise Positionierung des Druckbilds. Fehlt die Markierung oder ist sie falsch positioniert, kann der Drucker den Etikettenanfang nicht zuverlässig detektieren.
Für Etikettenhersteller ergibt sich daraus, dass transparente Materialien, die in Systemen mit Reflexsensor verarbeitet werden sollen, mit zusätzlichen Reflexmarken produziert werden müssen. Für Anwender und Einkäufer von Etiketten bedeutet dies, dass die Etikettenrolle zur Sensorik des eingesetzten Druckers oder Etikettierers passen muss: Bei Black-Mark-Erkennung ist eine spezifizierte schwarze Markierung auf der Rückseite erforderlich, bei transparenten Etiketten mit Reflexsensor entsprechende Reflexmarken. Die richtige Kombination aus Etikettenmaterial, Markierungsausführung und Sensortyp ist die Grundvoraussetzung für eine zuverlässige Etikettenerkennung und damit für präzises Drucken und Spenden.