Serialisierungsdruck

Serialisierungsdruck bezeichnet das Aufdrucken eindeutiger, individueller Kennungen auf einzelne Etiketten oder Verpackungen, sodass jedes Exemplar einer Serie durch einen unverwechselbaren Code identifizierbar wird. Der Begriff leitet sich aus dem Konzept der Serialisierung ab, also der systematischen Zuordnung einer einzigartigen Seriennummer oder eines eindeutigen Kenncodes zu jedem einzelnen Produkt oder Etikett. Im Etikettendruck ist damit kein einmaliger Druckvorgang mit festem Layout gemeint, sondern ein Prozess, bei dem variable Inhalte je Etikett individuell generiert und gedruckt werden.

Technisch basiert Serialisierungsdruck auf dem Prinzip des Variable Data Printing, kurz VDP. Statt eines statischen Druckbilds enthält jedes Etikett andere Nutzinformationen, typischerweise eine Seriennummer, einen Produktcode, eine Chargennummer und ein Verfallsdatum. Diese Daten werden häufig als maschinenlesbare 2D-Codes realisiert, wobei der GS1-DataMatrix-Code in der Praxis weit verbreitet ist. Für die eigentliche Druckausgabe kommen je nach Materialbeschaffenheit und Anforderung unterschiedliche Verfahren zum Einsatz: Thermotransferdruck ist eine farbbandbasierte Kontakttechnologie, die hochauflösende Codes auf flexiblen Materialien wie Beuteln, Etiketten und laminierten Substraten ermöglicht. Thermo-Inkjet arbeitet tintenbasiert und hat sich beim Bedrucken großer Stückzahlen, etwa von Millionen von Kartons, bewährt. Laserkennzeichnung erzeugt Codes durch Abtragen der obersten Materialschicht und liefert dadurch besonders abriebfeste, dauerhafte Ergebnisse. Neben dem Drucksystem selbst sind Prüftechnik, Software und eine abgestimmte Liniensteuerung notwendige Bestandteile eines funktionsfähigen Serialisierungsprozesses.

Für den Etikettendruck hat Serialisierung weitreichende praktische Konsequenzen. Abnehmer serialisierter Etiketten können keine statische Lagerware beziehen, sondern benötigen auftragsspezifisch und variabel bedruckte Ware. In der Pharmaindustrie ist das besonders ausgeprägt: Die EU-Fälschungsrichtlinie 2011/62/EU verpflichtet Hersteller, Arzneimittel mit eindeutigen Identifikationsmerkmalen auszustatten, bevor sie in den Vertrieb gelangen. Typische Träger dieser Informationen sind Faltschachteln, Flaschenetiketten, Vials, Trays und Bündelverpackungen. Die Druckqualität der aufgebrachten Codes muss maschinenlesbar und normgerecht sein; ISO 15415 definiert dafür Qualitätskriterien für 2D-Codes. Für digital gespeicherte und ausgetauschte serialisierte Daten sind zudem Anforderungen wie FDA 21 CFR Part 11 einschlägig. Etikettierer und Druckdienstleister müssen ihre Systeme so auslegen, dass Druckprozess, Codegenerierung, Verifikation und Datenmanagement nahtlos ineinandergreifen, um Eindeutigkeit, Rückverfolgbarkeit und Fälschungssicherheit jedes einzelnen Etiketts zu gewährleisten.