Silikonpapier bezeichnet im Etikettendruck ein Papier, das durch eine Silikonbeschichtung eine adhäsionsarme, klebstoffabweisende Oberfläche erhält. Es dient als Trägermaterial – auch Liner, Trennpapier, Abdeckpapier oder Schutzpapier genannt – auf dem selbstklebende Etiketten bis zu ihrer Verarbeitung haften, ohne dauerhaft mit dem Untergrund zu verkleben.
Im technischen Aufbau eines Haftetiketts bildet das Silikonpapier die unterste Schicht eines Laminats, das aus drei Komponenten besteht: dem Obermaterial (in der Regel Papier oder Folie), dem Klebstoff und dem Trägerband. Die Silikonbeschichtung des Trägerbands verhindert, dass der Klebstoff dauerhaft an der Unterlage haftet, und ermöglicht so das kontrollierte Ablösen des Etiketts zum Zeitpunkt der Applikation. Hergestellt wird dieses Laminat in einem mehrstufigen Prozess: Zunächst entsteht das Verbundmaterial aus den genannten Schichten, danach folgen Zuschnitt, Druck, Veredelung, Stanzung und schließlich die Aufwicklung zur fertigen Etikettenrolle. Für die Verarbeitung kommen Druckverfahren wie Thermotransferdruck, Flexodruck, Siebdruck oder Digitaldruck zum Einsatz, wobei das Etikett als vollständiges Laminat inklusive Liner durch alle Produktionsschritte läuft.
Für den Etikettendruck hat die Qualität des Silikonpapiers unmittelbare praktische Konsequenzen auf mehreren Ebenen. Für Hersteller schützt der Liner den Klebstoff während der gesamten Produktion und Lagerung und gewährleistet, dass die Klebeeigenschaften des Etiketts bis zur Verarbeitung erhalten bleiben. Eine gleichmäßige Silikonbeschichtung ist dabei Voraussetzung für eine reproduzierbare Ablösekraft, die sowohl bei der maschinellen Etikettierung als auch bei der manuellen Handhabung eine zuverlässige Verarbeitung sicherstellt. Für den Käufer von Etiketten ist entscheidend, dass sich das Etikett einfach und rückstandslos vom Träger lösen lässt, da Probleme beim Ablösen direkt zu Produktionsausfällen oder fehlerhafter Applikation führen können. Die Wahl des Linermaterials beeinflusst außerdem das Verhalten des Laminats in Druck-, Stanz- und Wickelprozessen. Bei Folienetiketten etwa wird für den Liner eigens eine Silikon-Trennschicht eingesetzt, da die Anforderungen an Maßhaltigkeit und Ablöseverhalten von denen bei Papiermaterialien abweichen können. Das Silikonpapier ist somit kein passives Beiwerk, sondern eine funktional notwendige Komponente, die die gesamte Prozesskette vom Drucken bis zur Applikation beeinflusst.