Smart Label

Ein Smart Label ist ein ultraflaches, passives RFID-Etikett, bei dem ein Mikrochip samt Antenne als sogenanntes Inlay in ein herkömmliches Etikett oder Trägermaterial integriert wird. Die gespeicherten Daten werden berührungslos über elektromagnetische Wellen an ein Lesegerät übertragen, ohne dass dafür eine eigene Stromversorgung notwendig ist – die Energie bezieht der Transponder ausschließlich aus dem Feld des Lesegeräts. Technisch betrachtet ist das Smart Label damit eine spezielle Ausprägung des passiven RFID-Transponders im Etikettenformat.

Das Inlay selbst besteht aus einer dünnen Kunststofffolie, auf die Antenne und Chip aufgebracht sind. Diese Folie lässt sich auf Rollen aufwickeln und wie Papier weiterverarbeiten: Sie wird zwischen Papierschichten oder andere Deckmaterialien einlaminiert, sodass ein druckfertiges Etikett entsteht. Für die Kommunikation kommen standardisierte Frequenzbereiche wie etwa 13,56 MHz im HF-Bereich oder UHF-Frequenzen zum Einsatz. Anwendung finden Smart Labels überall dort, wo bislang klassische Etiketten eingesetzt wurden – in der Logistik zur Kennzeichnung von Paketen und Paletten, in der Produktion zur Verfolgung von Bauteilen und Behältern, im Handel für die Bestandsführung sowie in der Pharma- und Chemieindustrie für Chargenverfolgung und Sicherheitskennzeichnung. Da kein Sichtkontakt zwischen Etikett und Lesegerät erforderlich ist, können Smart Labels auch verdeckt erfasst werden, was den Durchsatz in automatisierten Prozessen erheblich steigert.

Für den Etikettendruck ergibt sich daraus eine direkte Konsequenz in Materialauswahl, Produktion und Maschineneinsatz. Da das Inlay wie Papier verarbeitbar ist, lassen sich Smart Labels in bestehenden bahnverarbeitenden Etikettierlinien produzieren – ein wesentlicher Grund dafür, dass die Herstellungskosten so weit gesunken sind, dass auch Einweg-Anwendungen in der Massenproduktion wirtschaftlich realisierbar werden. Die sichtbare Etikettenoberfläche wird mit gängigen Druckverfahren wie Thermotransfer, Thermodirekt, Tintenstrahldruck oder Flexodruck bedruckt. Hinzu kommt jedoch ein zusätzlicher Prozessschritt, der klassische Etikettendruck-Umgebungen erweitert: die RFID-Codierung. Etikettendrucker mit integrierter RFID-Schreibeinheit beschreiben den Chip inline während des Drucks mit Seriennummern oder EPC-Daten. Etikettenhersteller müssen dafür RFID-Know-how, Codiertechnik und Funktionsprüfung in ihre Produktionslinie integrieren. Für Anwender bedeutet das Etikett mit Smart-Label-Technologie konkret: robuste, schmutz- und berührungsunempfindliche Kennzeichnung, die sich nahtlos in automatisierte Materialfluss-, MES- und Warenwirtschaftssysteme einbinden lässt und gleichzeitig optische Lesbarkeit durch Aufdruck von Klartext oder Barcode auf der Etikettenoberfläche bietet.