„Spleißmarke“ ist ein Begriff, der im Kontext des Etikettendrucks und der industriellen Kennzeichnung in einschlägigen Fachquellen, Normen und Herstellerspezifikationen nicht als eigenständiger, normierter Fachterminus nachgewiesen ist. Der im Fachbereich tatsächlich gebräuchliche und belegte Begriff lautet „Spleiß“ beziehungsweise „Spleißstelle“. Ein Verwender des Begriffs „Spleißmarke“ meint damit höchstwahrscheinlich eine Markierung an oder im Bereich einer solchen Spleißstelle – also an der Verbindung zweier Materialbahnen – ohne dass dieser Begriff jedoch standardisiert oder einheitlich definiert wäre.
Im Etikettendruck wird Rollenmaterial – Papier, Folie oder Verbundmaterialien als Träger- oder Etikettenbahn – kontinuierlich verarbeitet. Wenn eine Rolle zu Ende geht, wird das Bahnende mit dem Beginn einer neuen Rolle durch ein Splice-Tape, also ein spezielles Klebeband, verbunden. Diese Verbindung heißt Spleißstelle. Sie entsteht entweder manuell oder automatisch durch integrierte Spleißer, die in Flexo-, Digital- oder Offset-Druckmaschinen sowie in Konfektionierungsanlagen eingebaut sein können. Ziel ist es, den Produktionsprozess ohne Maschinenstopp aufrechtzuerhalten. In technischen Quellen und Systembeschreibungen werden im Zusammenhang mit Spleißstellen Begriffe wie „Splice Flag“, „Splice Detector“ oder „Splice Area“ verwendet – nicht jedoch „Spleißmarke“ als definierter Terminus.
Für den Etikettendruck sind Spleißstellen aus mehreren Gründen praktisch relevant. Im laufenden Druckprozess kann eine Spleißstelle zu Qualitätsabweichungen, Makulatur oder sogar einem Maschinenstopp führen, wenn sie nicht korrekt erkannt und verarbeitet wird. In automatisierten Etikettieranlagen und Spendesystemen stellen Spleißstellen in der Rollenware ein potenzielles Störungsrisiko dar. Aus diesem Grund legen Etikettenverarbeiter und deren Kunden häufig in technischen Lieferbedingungen oder Lastenheften fest, wie viele Spleißstellen pro Rolle zulässig sind und wie diese zu kennzeichnen oder zu behandeln sind. Wer also im betrieblichen Alltag von einer „Spleißmarke“ spricht, bezieht sich vermutlich auf eine solche – nicht normierte – Kennzeichnung im Bereich einer Spleißstelle, ohne dass dahinter eine einheitliche Definition stünde. Fachleute sollten daher bei Verwendung dieses Begriffs in Spezifikationen oder Liefervereinbarungen stets eine eigene, klare Definition mitliefern, um Missverständnisse zu vermeiden. Für die präzise Fachkommunikation empfiehlt sich der dokumentierte Begriff „Spleißstelle“.