Stand-alone-Druck bezeichnet im Etikettendruck den Betrieb eines Etikettendruckers, der vollständig ohne angeschlossenen PC oder Netzwerkverbindung arbeitet. Die benötigten Etikettenlayouts und Steuerungsprogramme sind direkt im internen Speicher des Druckers oder auf angeschlossenen Datenträgern wie USB-Stick oder Speicherkarte hinterlegt. Der Drucker übernimmt dabei die gesamte Steuerungslogik eigenständig und ist damit standort- sowie PC-unabhängig einsatzbereit.
Der Arbeitsablauf beim Stand-alone-Druck gliedert sich in zwei klar getrennte Phasen. In der Vorbereitungsphase erstellt ein Entwickler oder Administrator das Etikettenlayout einmalig am PC mit einer kompatiblen Etikettengestaltungssoftware – etwa NiceLabel, BarTender, Go-Label oder cablabel S3 – und überträgt es anschließend auf den Drucker. Im eigentlichen Produktionsbetrieb wählt der Bediener das gewünschte Format über das integrierte Display des Geräts aus, gibt variable Daten wie Auftragsnummer, Stückzahl oder Produktionsdatum über eine angeschlossene Tastatur, ein Touch-Display oder einen Barcode-Scanner ein, und startet den Druckvorgang. Der Drucker generiert daraufhin die Etiketten selbstständig, inklusive Texten, Logos, Barcodes sowie Datum- und Zeitangaben aus seiner internen Uhr. Typische Geräte für diesen Betriebsmodus sind Thermotransfer- und Thermodirekt-Industriedrucker, wie sie etwa von den Herstellern Godex oder CAB angeboten werden.
Für den Etikettendruck ist der Stand-alone-Modus in mehreren Bereichen praxisrelevant. Er ermöglicht den Druck direkt am Entstehungsort – in Produktion, Lager oder Versand – ohne dass ein eigener PC-Arbeitsplatz eingerichtet werden muss. Batteriebetriebene Modelle können dabei sogar vollständig unabhängig von einer festen Stromversorgung arbeiten. In der industriellen Kennzeichnung wird Stand-alone-Druck beispielsweise für die Typ- und Baugruppenkennzeichnung eingesetzt: Ein Mitarbeiter scannt eine Auftragsnummer, gibt die Stückzahl ein, und der Drucker produziert unmittelbar die korrekten Etiketten. Da das Druckprogramm standardisiert im Gerät hinterlegt ist, entfällt die manuelle Layouterstellung bei Wiederholaufträgen, was das Fehlerpotenzial deutlich reduziert.
Materialseitig kommen im Stand-alone-Betrieb die üblichen Thermo- und Thermotransfermaterialien zum Einsatz – Papier- und Folienetiketten, die auf das jeweilige Druckverfahren und den Verwendungszweck abgestimmt sein müssen. Für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen an Abrieb- oder Chemikalienbeständigkeit, wie sie in der Baugruppen- oder Industriekennzeichnung auftreten, sind entsprechend beständige Etikettenmaterialien und Thermotransferbänder erforderlich. Käufer sollten zudem auf ausreichenden internen Speicher oder geeignete Schnittstellen für externe Datenträger sowie auf die Softwarekompatibilität zwischen Gestaltungsprogramm und Druckermodell achten.