„Stauben“ ist im Etikettendruck und in der industriellen Kennzeichnung kein normierter oder in Fachquellen eindeutig definierter Fachbegriff der Qualitätssicherung. In allgemein-technischen Zusammenhängen beschreibt das Wort das Auftreten oder Abgeben von Staubpartikeln und Verunreinigungen, ohne dass dieser Vorgang im Kontext des Etikettendrucks als eigenständiges Prozess- oder Qualitätskriterium benannt oder spezifiziert wäre. Wer den Begriff im Umfeld von Etiketten begegnet, sollte daher zunächst klären, in welchem genauen Verwendungszusammenhang er genutzt wird.
In der Qualitätssicherung des Etikettendrucks stehen typischerweise andere, klar definierte Kriterien im Vordergrund: Druckbild, Farbhaftung, Lesbarkeit, zuverlässige Haftung des Etiketts auf dem Untergrund sowie die Konformität mit Kunden- und Produktspezifikationen. Die Etiketteninspektion erfolgt dabei häufig über integrierte Kamerasysteme, die Druckbild, Position und Lesbarkeit während des laufenden Prozesses überwachen. Verfahren wie Flexodruck, Digitaldruck und Thermotransferdruck werden in diesem Zusammenhang nach klar beschriebenen Qualitätsparametern beurteilt. „Stauben“ als solches taucht in keinem dieser Prüfschritte als definiertes Merkmal auf.
Für den Etikettendruck ergibt sich daraus eine praktische Konsequenz: Wer in Spezifikationen, Lieferbedingungen oder Qualitätsgesprächen auf den Begriff „Stauben“ trifft, sollte eine genaue Klärung einfordern, da keine allgemeingültige, normierte Definition vorliegt. Qualitätsrelevante Eigenschaften von Etiketten – ob für Hersteller oder Anwender – lassen sich mit den etablierten Fachbegriffen zu Farbhaftung, Druckqualität, Materialbeständigkeit und Kennzeichnungskonformität präziser und nachvollziehbarer beschreiben. Gesetzliche Kennzeichnungspflichten und interne QS-Prozesse greifen ebenfalls auf diese definierten Kriterien zurück. Sowohl Etikettenlieferanten als auch verarbeitende Betriebe sind gut beraten, bei unklaren Begriffen auf belegte, standardisierte Terminologie zu bestehen, um Missverständnisse in der Qualitätssicherung und der Rückverfolgbarkeit zu vermeiden. „Stauben“ gehört nach aktuellem Stand der verfügbaren Fachquellen nicht zu dieser standardisierten Terminologie des Etikettendrucks.