Stillstandskosten bezeichnen in der Betriebswirtschaft jene Kosten, die entstehen, wenn einzelne Produktionsstellen, Maschinen, Anlagen oder ganze Betriebe stillstehen und dennoch laufende Kosten anfallen. Das Gabler Wirtschaftslexikon unterscheidet dabei zwei Bedeutungsebenen: Einerseits handelt es sich um Kosten, die bei einer Stilllegung nicht wegfallen, etwa Mieten, Raumkosten, Zinskosten für Anlagen, Grundsteuer und Instandhaltungskosten. Andererseits umfasst der Begriff – synonym mit Betriebsunterbrechungskosten oder Ausfallkosten – die Folgekosten eines Produktionsstillstands, darunter zahlungswirksame Posten wie Wiederanlaufkosten sowie Opportunitätskosten in Form entgehender Deckungsbeiträge.
In der betriebswirtschaftlichen Praxis werden Stillstandskosten immer dann relevant, wenn Produktionskapazitäten nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden können. Dies gilt unabhängig von der Branche: Steht eine Anlage still, laufen Fixkosten für Personal, Gebäude und Maschinen dennoch weiter, während gleichzeitig keine wertschöpfende Produktion stattfindet. Ein Produktionsstillstand erzeugt damit auf zwei Wegen wirtschaftlichen Schaden – durch die weiterhin anfallenden Kosten auf der einen und durch den entgangenen Ertrag auf der anderen Seite. Eine eigenständige, auf den Etikettendruck normierte Fachdefinition des Begriffs existiert nach aktuellem Stand der verfügbaren Fach- und Normenquellen nicht; die allgemeinen betriebswirtschaftlichen Definitionen gelten jedoch branchenübergreifend und damit auch für Etikettenfertiger und Druckereien.
Für den Etikettendruck ergibt sich die Relevanz direkt aus dieser allgemeinen Definition: Fällt eine Etikettendruckmaschine – etwa im Digital-, Thermo- oder Flexodruckverfahren – ungeplant aus oder steht eine Weiterverarbeitungslinie still, entstehen genau jene Kosten, die das Gabler Wirtschaftslexikon beschreibt. Die Fixkosten für Maschinen, Produktionsflächen und Personal laufen weiter, während gleichzeitig keine Etiketten produziert werden. Für Hersteller von Etiketten bedeutet das konkret: Jede ungeplante Unterbrechung im Produktionsablauf belastet die Kalkulation, da die laufenden Kosten sich auf eine geringere oder keine Ausbringungsmenge verteilen. Die Gesamtkalkulation von Etiketten wird ohnehin durch zahlreiche Faktoren bestimmt – Material, Klebstoff, Druckverfahren, Auflage, Format, Veredelung und rechtliche Vorgaben – und Stillstandszeiten können dieses Gefüge zusätzlich belasten. Für Käufer von Etiketten ist dieser Zusammenhang insofern bedeutsam, als Produktionsausfälle beim Hersteller Lieferverzögerungen verursachen und mittelbar die Kostenstruktur beeinflussen können, die in Verkaufspreise einfliesst.