Stückkosten bezeichnen die Kosten, die auf eine einzelne Mengeneinheit – im Etikettendruck also auf ein einzelnes Etikett, einen Etikettenbogen oder eine Rolle – entfallen. Sie errechnen sich, indem die gesamten Produktionskosten (fixe und variable Kosten zusammen) durch die produzierte Menge geteilt werden. In der Kostenrechnung gelten Stückkosten als Einheits- oder Durchschnittskosten und bilden die Grundlage für die Ermittlung der Preisuntergrenze eines Produkts.
Im Etikettendruck setzt sich dieser Wert aus zwei Kostenblöcken zusammen. Variable Stückkosten entstehen durch Materialien, die direkt mit jeder produzierten Einheit verbraucht werden: Drucksubstrate wie selbstklebende Papiere, PE-, PP- oder PET-Folien, Haftklebstoffe, Farben, Lacke, Tinten und Thermotransferfolien. Fixe Stückkosten resultieren aus Kosten, die unabhängig von der Auflage anfallen – etwa Abschreibungen auf Druckmaschinen (Digital-, Flexo-, Offset- oder Thermotransferdrucker), Rüst- und Einrichtungszeiten sowie Kosten für Schneide-, Stanz- und Inspektionssysteme. Diese Fixkosten verteilen sich mit steigender Auflage auf mehr Einheiten, weshalb die Stückkosten mit wachsender Produktionsmenge sinken.
Für den Etikettendruck ist dieses Prinzip in mehrfacher Hinsicht von praktischer Bedeutung. Etikettendruckereien nutzen Stückkosten zur Kalkulation ihrer Angebotspreise und hinterlegen in Angeboten typischerweise Mengenstaffeln, die diesen Kosteneffekt sichtbar machen. Der Vergleich der Stückkosten zwischen verschiedenen Druckverfahren – etwa Digitaldruck gegenüber Flexodruck – ermöglicht die Entscheidung, ab welcher Auflagenhöhe welche Technologie wirtschaftlich sinnvoller ist. Da der Digitaldruck vergleichsweise geringe Rüstkosten, aber höhere variable Kosten aufweist, ist er bei kleinen Auflagen oft stückkostengünstiger; bei großen Auflagen kehrt sich dieses Verhältnis häufig zugunsten des Flexodrucks um.
Auch für Abnehmer industrieller Etiketten sind Stückkosten eine zentrale Vergleichsgröße. Beim Angebotsvergleich verschiedener Lieferanten ermöglicht der Blick auf die Stückkosten eine sachliche Bewertung – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass kleinere Auflagen aufgrund höherer Fixkostenanteile je Einheit teurer sind. Darüber hinaus lässt sich anhand der Stückkosten abwägen, ob die Eigenproduktion von Etiketten oder die externe Vergabe wirtschaftlicher ist. Höhere technische Anforderungen an Etiketten – etwa chemikalienbeständige Materialien, besondere Druckqualitäten für Barcodes oder DataMatrix-Codes oder fälschungssichere Ausführungen – erhöhen Material- und Prozesskosten und damit direkt die Stückkosten, was bei der Entscheidung für oder gegen solche Ausstattungsmerkmale in die Kalkulation einfließen sollte.