Substrat

Im Etikettendruck bezeichnet Substrat das zu bedruckende Material, also den Bedruckstoff, auf dessen Oberfläche ein Druckbild aufgebracht wird. Der Begriff ist der technische Oberbegriff für alle Materialien, auf die Text, Barcodes, Logos oder andere Kennzeichnungsinformationen gedruckt werden. Damit beschreibt Substrat sowohl das Obermaterial eines Etiketts selbst als auch die zu kennzeichnende Oberfläche, auf die ein fertiges Etikett appliziert wird.

In der Praxis des Etikettendrucks kommen als Substrate vor allem Papier und Kunststofffolien zum Einsatz, darunter PE-, PP- und PVC-Folien. Darüber hinaus können Obermaterialien aus Vlies, Leder, Textilmaterial oder Aluminiumfolie bestehen. Selbstklebeetiketten bestehen grundsätzlich aus drei Schichten: dem Obermaterial, das als Substrat des Druckprozesses fungiert, einer Klebstoffschicht und dem Trägermaterial, dem sogenannten Liner. Alle gängigen Druckverfahren im Etikettendruck – Flexodruck, Offsetdruck, Digitaldruck, Siebdruck und Thermotransferdruck – übertragen Farbe oder Toner auf ein Substrat. Beim Siebdruck etwa wird Farbe mit Hilfe eines Gewebes und einer Rakel auf das Substrat übertragen, wobei gesperrte Bereiche farbfrei bleiben.

Die Wahl des richtigen Substrats ist eine der zentralen Entscheidungen in der Etikettenproduktion und -beschaffung, weil sie unmittelbar die Druckqualität, die Haftung der Druckfarbe und die Funktionstüchtigkeit des fertigen Etiketts beeinflusst. Oberflächenbeschaffenheit, Saugfähigkeit, Temperaturbeständigkeit und Chemikalienresistenz des Substrats bestimmen, welches Druckverfahren geeignet ist und welcher Klebstoff – permanent, ablösbar oder tiefkühlgeeignet – kombiniert werden kann. Industrienormen wie die DIN 16526 zu Kennzeichnungseigenschaften von Druckfarben unterstreichen, dass die Beständigkeit eines Druckbildes stets aus dem Zusammenspiel von Druckfarbe und Substrat resultiert.

Für Käufer von Etiketten ist es entscheidend, sowohl das Etiketten-Substrat als auch das Endsubstrat zu definieren. Das Endsubstrat ist die Oberfläche, auf die das Etikett aufgebracht wird – etwa eine Glasflasche, ein Kunststoffbehälter oder eine Wellpappe-Verpackung. Diese Angabe bestimmt die Wahl von Obermaterial und Klebstoff maßgeblich. Zudem haben wirtschaftliche Faktoren Gewicht: Papiersubstrate und Spezialfolien unterscheiden sich nicht nur im Materialpreis, sondern auch in ihrer Maschinengängigkeit, da Dicke und Steifigkeit des Substrats die Verarbeitung in Rollen- oder Bogendruckmaschinen sowie in Spendesystemen beeinflussen. Wer den Begriff Substrat kennt und technisch präzise verwendet, kann Anforderungen in der Druckvorstufe klarer formulieren und Fehler bei der Materialauswahl vermeiden.