Verblocken bezeichnet das unerwünschte Zusammenkleben einzelner Etikettenbögen oder -lagen im Ablagestapel, sodass sich die Blätter nicht mehr sauber voneinander trennen lassen. Das Phänomen tritt auf, wenn die Klebeschicht oder Oberfläche eines Etikettenbogens mit dem darüber- oder darunterliegenden Bogen in ungewollten Kontakt gerät. Im Etikettendruck gilt Verblocken als Handhabungs- und Verarbeitungsproblem, das sich auf jede nachgelagerte Prozessstufe auswirken kann.
Technisch entsteht das Zusammenkleben im Stapel durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren: Temperatur, relative Luftfeuchte sowie die Eigenschaften des Trägermaterials und des verwendeten Klebstoffs spielen eine zentrale Rolle. Bereits geringfügig ungünstige Lagerbedingungen können dazu führen, dass Bögen aneinanderkleben, bevor sie überhaupt in den Drucker oder eine Weiterverarbeitungsmaschine eingelegt werden. Eine verbreitete Gegenmaßnahme beim Handling ist das sogenannte Auffächern der Bögen vor der Verarbeitung: Durch das fächerartige Durchblättern des Stapels gelangt Luft zwischen die einzelnen Lagen, was das Haften der Oberflächen aneinander löst oder von vornherein verhindert. Darüber hinaus wirken korrekte Lagerbedingungen hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit präventiv, da sie Dimensionsänderungen des Materials und ein unkontrolliertes Aktivieren der Klebeschichten entgegenwirken.
Für den Etikettendruck ist Verblocken aus mehreren Gründen praktisch relevant. Kleben Bögen im Einzugsstapel zusammen, zieht der Drucker häufig mehrere Lagen gleichzeitig ein, was zu Papierstau und im schlimmsten Fall zu Maschinenschäden führt. Das betrifft sowohl Laser- als auch Inkjet-Systeme, da beide auf einen zuverlässigen Einzelblatteinzug angewiesen sind. Hinzu kommt, dass bereits teilweise benutzte Etikettenbögen, bei denen einzelne Etiketten fehlen, besonders anfällig sind: Freiliegende Klebeflächen erhöhen das Risiko, dass sich Bögen im Stapel miteinander verbinden oder dass sich verbleibende Etiketten beim Druckdurchlauf lösen und Druckerkomponenten verschmutzen oder beschädigen. Für Einkäufer und Hersteller von Etiketten bedeutet das in der Praxis, dass die Materialwahl, die Klebstoffauswahl sowie die gesamte Lager- und Handlingskette von Anfang an auf das Verblockungsrisiko hin bewertet werden sollten. Besonders bei Papieretiketten und Folienmaterialien mit empfindlichen Klebeschichten ist eine konsequente Einhaltung der empfohlenen Umgebungsbedingungen keine optionale Maßnahme, sondern eine Voraussetzung für störungsfreie Druckergebnisse und eine zuverlässige Weiterverarbeitung.