Verbundfolie

Verbundfolie bezeichnet im Etikettendruck ein mehrschichtiges Materialsystem, bei dem eine Folie als Obermaterial mit weiteren Schichten zu einem verarbeitungsfähigen Etikettenrohstoff kombiniert wird. Der typische Aufbau besteht aus dem Folien-Obermaterial, einer Klebstoffschicht sowie einem Trägermaterial, dem sogenannten Liner oder Abdeckmaterial, das seinerseits mit einer Silikonschicht als Trennlage ausgestattet ist. Dieser Schichtverbund bildet das Ausgangsmaterial für die gesamte Etiketten-Produktion.

In der Herstellung wird das Laminat zunächst als vollständiger Verbund produziert und anschließend zu Rollen zugeschnitten, die in der Druckmaschine weiterverarbeitet werden. Im Produktionsablauf durchläuft das Material die Stationen Abrollung, Bedruckung, Veredelung, Stanzung und schließlich Aufwicklung. Schmale Bahnbreiten im Endlosbetrieb sind dabei in der Etikettenproduktion verbreitet, wobei das Material sowohl als Rollenware als auch als Bogenware verarbeitet werden kann. Als Druckverfahren kommen je nach Anforderung Thermotransferdruck, Flexodruck, Siebdruck und Digitaldruck zum Einsatz.

Für den Etikettendruck ist die Unterscheidung zwischen Folien- und Papierobermaterial eine grundlegende Materialentscheidung, da sie die Eignung des fertigen Etiketts für den jeweiligen Verwendungszweck direkt bestimmt. Etiketten aus Verbundfolie werden für Anwendungen in der Verpackungsindustrie, etwa auf Wellpapp-Verpackungen, sowie für die industrielle Kennzeichnung eingesetzt. Das fertige Etikett kann dabei Produktdetails, Herstellerangaben, Preise, variable Daten und Barcodes tragen. Sowohl für Hersteller als auch für Käufer von Etiketten ist das Verständnis des Schichtaufbaus praxisrelevant: Hersteller müssen Druck, Veredelung und Stanzung exakt auf den jeweiligen Materialverbund abstimmen, da die einzelnen Schichten in ihrer Wechselwirkung die Verarbeitbarkeit bestimmen. Käufer hingegen treffen mit der Wahl des Obermaterials eine Vorentscheidung über Beständigkeit und Einsatzeignung des Etiketts. Einheitliche Normen oder Standards, die den Begriff Verbundfolie selbst definieren, sind in der Etikettenbranche nicht etabliert; das Material wird stattdessen über seinen Schichtaufbau und seine Verarbeitungseigenschaften beschrieben.